Schmerzen nach Gürtelrose

Wer noch Monate nach einer Gürtelrose Schmerzen hat, leidet an einer Post-Zoster-Neuralgie. Dann kann eine gezielte Schmerztherapie helfen.

Frau hat Tabletten in der Hand © Thinkstock
(Krefeld – 25.04.2016) Bei Herpes-Zoster – auch Gürtelrose genannt – handelt es sich um eine Reaktivierung einer früheren Infektion mit dem Windpockenvirus (Varizella-Zoster-Virus). Die Viren überdauern in den Nervenzellen des Rückenmarks und können sich bei einer eingeschränkten Immunabwehr wieder vermehren. Die Gürtelrose betrifft Haut und Nerven und kann sehr starke Schmerzen verursachen, die auch Monate oder Jahre nach dem Abheilen des entstandenen Hautausschlags bestehen bleiben.

Individuelle Schmerztherapie kann Beschwerden lindern

Wenn der Patient drei Monate nach Auftreten des Ausschlags noch Schmerzen hat, spricht man von einer Post-Zoster-Neuralgie oder postherpetischen Neuralgie. „Eine Post-Zoster-Neuralgie kann mit erheblich beeinträchtigenden Schmerzen einhergehen. In vielen Fällen helfen hier freiverkäufliche Schmerzmittel nicht und die Beschwerden können nur durch eine individuelle Schmerztherapie gelindert werden“, erklärt Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN). „Für die schmerzstillende Behandlung kommen Medikamente aus der Gruppe der Antiepileptika oder Antidepressiva infrage. Sie hemmen unter anderem die Schmerzweiterleitung zum Gehirn und schwächen die unkontrollierte Aktivität der betroffenen Nervenzellen ab. Opioidhaltige Präparate können bei Bedarf ebenfalls eingesetzt werden. Manchen Patienten hilft auch die Anwendungen eines örtlichen Betäubungsmittels oder des Nervenreizstoffs Capsaicin.“ Betroffene sollten daher unbedingt einen Neurologen zurate ziehen.

Brennender Dauerschmerz oder einschießende Schmerzen

Schmerzen die im Zusammenhang mit der Herpes-Zoster-Infektion auftreten, gehören zu den neuropathischen Schmerzen. Sie entstehen, wenn die Virusreaktivierung und Entzündung Nervenwurzeln und peripheren Nerven schädigt. Auch das zentrale Nervensystem kann beim Herpes zoster mitbeteiligt sein – am häufigsten das Rückenmark. In der Regel beschränken sich die Schmerzen auf das Ausbreitungsgebiet der von den Viren befallenen Nerven.

„Bei den Beschwerden handelt es sich um einen brennend-bohrenden, oft sehr intensiven Dauerschmerz oder um kurz einschießende Schmerzen. Oft reicht leichter Kontakt mit der betroffenen Stelle – beispielsweise durch aufliegende Kleidung – schon aus, um starke Berührungsschmerzen auszulösen“, sagt der Experte. Da manche Patienten aufgrund des chronischen Schmerzes auch psychische Veränderungen – etwa Depressionen – entwickeln, kann in diesen Fällen neben der Schmerzbehandlung eine Psychotherapie sinnvoll sein.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.04.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Neurologen (www.neurologen-im-netz.de): Verbleibende Schmerzen nach Gürtelrose mit gezielter Schmerztherapie lindern
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