Sport gegen Depression

Wer unter leichten Depressionen leidet, kann den Symptomen mit körperlicher Aktivität entgegenwirken. Was dabei zu beachten ist.

Mann beim Joggen © Thinkstock
(Krefeld – 18.04.2016) Menschen, die eine depressive Episode erleben, sind oft in ihrem Antrieb gehemmt und dadurch auch körperlich weniger aktiv, wodurch sich die Symptomatik verschlechtern kann. Bei schwachen Depressionen können Sport und Bewegung dabei helfen, depressive Symptome abzubauen. Regelmäßige sportliche Aktivität kann sogar davor bewahren, dass sich Depressionen verschlimmern oder chronisch werden. Dabei sollte jedoch eine Form von Sport und Bewegung gewählt werden, die den Betroffenen nicht überfordert.

Sport kann sich schnell positiv auswirken

„Für Menschen mit leichten bis mittelschweren Depressionen bietet regelmäßige körperliche Betätigung eine gute Chance, ihren Krankheitsverlauf positiv zu beeinflussen. Das Gefühl, selbst gegen die Erkrankung aktiv sein zu können, kann beflügeln und das Selbstwertgefühl stärken, die Körperwahrnehmung verbessern und von negativen Wahrnehmungen und Empfindungen ablenken. Durch körperliche Aktivität können zudem Angst, Stress und Anspannungszustände abgebaut und das persönliche Stressbewältigungsvermögen gesteigert werden.

Wichtig ist zu Beginn jedoch, dass man sich dabei nicht überfordert, denn Misserfolge sollten zunächst möglichst vermieden werden“, rät Dr. Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP). „Sport kann eine ergänzende Möglichkeit im Rahmen von Therapien sein oder auch eine Alternative für Menschen mit schwachen Depressionen, die nicht sofort eine Behandlung beginnen können oder möchten.“

Geplanter, strukturierter Sport, der zielgerichtet aber nicht verbissen auf die Erhaltung und Verbesserung der körperlichen Fitness ausgerichtet ist, kann sich schnell positiv auswirken. Ein wichtiger Faktor ist dabei auch die feste Struktur, die ein regelmäßiges Training mit sich bringt und der Antriebslosigkeit und dem Rückzug in die eigenen vier Wände entgegenwirkt.

Misserfolge vermeiden

Antriebslosigkeit ist ein schwerwiegendes Symptom bei Depressionen, die es Betroffenen oft fast unmöglich macht, ihrer Erkrankung durch eigenes Zutun entgegenzutreten. Sie erschwert nicht nur, den Alltag zu bewältigen, sondern verhindert auch zusammen mit Hoffnungslosigkeit den Weg in eine professionelle, fachärztliche Behandlung. „Für einen Teil depressionskranker Menschen ist es kaum möglich, der Erkrankung aus eigener Kraft entgegenzutreten. Das Vorhaben, sportlich aktiv zu werden, kann für sie unter Umständen negative Effekte haben, wenn sie sich nicht zum Training aufraffen können und am Ende ein weiteres Misserfolgserlebnis erleiden“, sagt die Psychiaterin. „Auch Menschen, die noch nie Sport getrieben haben, dürften es um einiges schwerer haben, ohne Hilfestellung regelmäßige körperliche Aktivität aufzunehmen.“

Medizinische Hilfe frühzeitig in Anspruch nehmen

Beim ersten Auftreten von depressiven Symptomen, die länger als zwei Wochen anhalten, ist es daher immer ratsam, mit dem Hausarzt die Beschwerden, Gedanken und depressiv veränderten Gefühle und Verhaltensänderungen zu besprechen. Er kann gegebenenfalls an einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie überweisen. Grundsätzlich kann man sich auch direkt an den Facharzt wenden.

„In der Regel gilt, dass Depressionen umso langwieriger behandelt werden müssen, je ausgeprägter sie sind und je länger sie bereits bestehen. Grundsätzlich sind sie jedoch sehr gut behandelbar und es stehen je nach Verlauf unterschiedliche therapeutische Möglichkeiten zur Verfügung“, so die Expertin. „Depressive Episoden lassen sich mit modernen Behandlungsmethoden oft rasch heilen oder lindern und die Lebensqualität der Betroffenen damit entscheidend verbessern.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.04.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Psychiater (www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de): Leichten Depressionen mit körperlicher Aktivität entgegenwirken
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