Schlaganfall vorbeugen

Es gibt einige Risikofaktoren für einen Schlaganfall, die Sie selbst beeinflussen können. Wichtig ist aber auch, im Notfall die Symptome zu erkennen.

Senior im Schwimmbad © Thinkstock
(Gütersloh – 30.03.2016) Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland: Jährlich ereignen sich rund 270.000 – darunter fast 200.000 erste und 66.000 erneute Schlaganfälle. Vorsorge kann helfen, das eigene Risiko zu senken und so einem Schlaganfall vorzubeugen.

Risikofaktoren kennen und beeinflussen

Das Schlaganfallrisiko hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Einige dieser Risikofaktoren lassen sich nicht beeinflussen – beispielsweise genetische Voraussetzungen oder das Alter. So sind etwa 80 Prozent der Schlaganfallpatienten über 60 Jahre alt. Andere Risiken können hingegen durch eine aktive Vorsorge und einen gesunden Lebensstil reduziert werden. Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren gehören Diabetes mellitus und Rauchen sowie Bluthochdruck und Vorhofflimmern. Da diese Grunderkrankungen häufig keine klar erkennbaren Beschwerden auslösen, ist es wichtig, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt wahrzunehmen und auch das eigene Schlaganfallrisiko abklären zu lassen.

Unterschiedliche Schlaganfallrisiken bei Männern und Frauen

Lässt man die statistisch höhere Lebenserwartung von Frauen außer Acht, haben Männer ein höheres Schlaganfallrisiko. Es gibt jedoch spezielle Risikofaktoren, die naturgemäß nur Frauen betreffen. So unterliegen Frauen im Laufe ihres Lebens hormonellen Schwankungen – insbesondere in Bezug auf das weibliche Sexualhormon Östrogen. Verschiedene Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen den Schwankungen im weiblichen Hormonhaushalt und einem Schlaganfallrisiko besteht.

Ein erhöhtes Risiko haben Frauen vor allem dann, wenn sie mit der Antibabypille verhüten, während bestimmter Phasen der Schwangerschaft (drittes Trimester) und im Rahmen der Menopause. Es liegen derzeit allerdings keine eindeutigen Studienergebnisse vor, die eine klare Antwort auf die Frage geben, wie weibliche Hormone das Schlaganfallrisiko beeinflussen.

Schlaganfall vorbeugen – mit Sport und gesunder Ernährung

Auch wenn das Schlaganfallrisiko von verschiedenen Faktoren abhängt, die nicht alle beeinflussbar sind, so lässt es sich auch durch einen gesunden Lebensstil senken – hier spielt eine „herzgesunde“ Lebensweise eine wichtige Rolle. Dazu gehören vor allem regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Denn körperliche Bewegung hat viele positive Auswirkungen: Sie kann dazu beitragen, den Blutdruck zu senken, den Herzrhythmus zu stabilisieren und Übergewicht zu reduzieren. Es soll dabei kein anstrengender Leistungssport sein. Schon regelmäßige körperliche Aktivität – auch bei geringer Belastungsintensität – wie flottes Gehen, Radfahren oder Schwimmen, wirkt sich positiv auf Wohlbefinden und Gesundheit aus.

Empfehlenswert ist darüber hinaus eine ausgewogene Ernährung: Bewährt hat sich mediterrane Kost mit viel Obst, Gemüse, Olivenöl und Fisch. Hier können Sie mit einer bunten Auswahl an abwechslungsreichen Lebensmitteln experimentieren.

Anzeichen frühzeitig erkennen

Das Wissen um Risikofaktoren und Vorsorgemöglichkeiten ist wichtig, um einem Schlaganfall vorzubeugen. Genauso wichtig ist es jedoch auch, die Symptome eines Schlaganfalls zu kennen. Denn im Notfall zählt jede Minute: Bestimmte Behandlungsverfahren müssen innerhalb weniger Stunden nach Einsetzen der Symptome eingeleitet werden. Wer innerhalb der ersten zwei Stunden seit Symptombeginn die Notaufnahme erreicht und so schnell wie möglich auf einer Schlaganfall-Station behandelt wird, hat daher höhere Genesungschancen.

Typische und untypische Symptome

Zu den typischen Symptomen eines Schlaganfalls gehören plötzlich einsetzende halbseitige Lähmungen, die sich zum Beispiel in einem hängenden Mundwinkel äußern können. Es können auch plötzlich Seh- oder Sprachstörungen, Schwindel oder starke Kopfschmerzen auftreten. Darüber hinaus können auch eher untypische Symptome wie Desorientierung, Übelkeit, Erbrechen oder allgemeine Schwäche und Benommenheit ein Hinweis für einen Schlaganfall sein.
Typische Schlaganfallsymptome Zusätzliche, untypische Schlaganfallsymptome
  • Sprach- und Sprachverständigungsstörung
  • Lähmung, Taubheitsgefühl
  • Sehstörung
  • Schwindel mit Gangunsicherheit
  • sehr starke Kopfschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Desorientierung
  • Benommenheit
  • allgemeines Schwächeempfinden
Studien deuten an, dass Frauen häufiger unspezifische Symptome schildern als Männer. Bei den typischen Symptomen sollten Sie sofort den Notarzt verständigen, aber auch untypische Symptome sollten Sie beachten und ernst nehmen. So können Sie im Notfall wertvolle Zeit gewinnen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.03.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Initiative Schlaganfallvorsorge: Schlaganfall vorbeugen
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