Hirnschlag bei Wetterwechsel

Bei plötzlichen Wetterumschwüngen steigt das Risiko für einen Schlaganfall. Forscher haben herausgefunden, wann das Risiko am größten ist.

Mann schaut in den Himmel © Thinkstock
(Jena – 09.12.2015) Mal Regen, dann auf einmal wieder Sonne oder Wind: Viele Menschen klagen bei plötzlichen Wetterumschwüngen über Müdigkeit, Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme oder Erkältungen. Wie das Wetter kommt auch ein Schlaganfall meist plötzlich – mit akuten einseitigen Lähmungserscheinungen, Seh- oder Sprachstörungen. Doch welchen Einfluss besitzen Wetteränderungen auf das Auftreten eines akuten Schlaganfalls? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Experten des Universitätsklinikums Jena (UKJ).

Veränderungen bei Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck

Die Jenaer Forscher identifizierten drei entscheidende Einflussfaktoren auf das Schlaganfallrisiko: Neben raschen Veränderungen in der Temperatur begünstigen auch schnelle Wechsel der Luftfeuchtigkeit sowie des Luftdrucks die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls. Besonders nach Temperaturstürzen steigt das Risiko deutlich an und bleibt weitere zwei Tage erhöht. Bei einem Abfall der Temperatur um je etwa drei Grad Celsius erhöht sich das Schlaganfallrisiko um elf Prozent. „Bei Risikopatienten kann sich die Wahrscheinlichkeit eines Schlaganfalls bei Wetterwechsel teilweise vervierfachen. Vor allem Patienten mit Diabetes mellitus oder Arterienverkalkungen reagieren besonders sensibel“, sagt Dr. Florian Rakers von der Klinik für Neurologie am UKJ.

Besonders nach Temperaturstürzen auf Symptome achten

Bei niedrigen Außentemperaturen ziehen sich die Blutgefäße im Körper zusammen, um vor dem Auskühlen zu schützen. Blutgerinnsel, die sich im Herzen bilden und ins Gehirn gespült werden, können die verengten hirnversorgenden Blutgefäße nun leichter verschließen. Die Folge: ein Schlaganfall. „Deshalb sollten vor allem Risikopatienten die Warnzeichen eines Schlaganfalls wie einseitiges Taubheitsgefühl in Armen oder Beinen, Verständnisstörungen, Schwindel oder schlagartige Kopfschmerzen kennen. Leiden sie nach starken Temperaturstürzen unter derartigen Symptomen, können sie einen Schlaganfall frühzeitig erkennen und bei Bedarf sofort einen Notarzt verständigen“, so Prof. Dr. Matthias Schwab, leitender Oberarzt an der Klinik für Neurologie am UKJ.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.12.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Universitätsklinikums Jena: Wenn das Wetter die Gesundheit beeinflusst: Jenaer Mediziner bestätigen Wettereinfluss auf Schlaganfallrisiko
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