Schlaganfall vorbeugen

Bei einem Schlaganfall geht es um Minuten. Umso wichtiger ist es, Risikofaktoren und Symptome zu kennen – und so gut es geht vorzusorgen.

Seniorenpaar beim Wandern © Thinkstock
(Gütersloh – 29.10.2015) Der Schlaganfall gehört zu den häufigsten Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland: Jährlich ereignen sich rund 270.000, darunter fast 200.000 erste und 66.000 erneute Schlaganfälle. Vorsorge kann helfen, das eigene Risiko zu senken und so einem Schlaganfall vorzubeugen. Welche Risikofaktoren, typischen und untypischen Schlaganfallsymptome und Möglichkeiten zur Schlaganfallvorsorge es gibt.

Beeinflussbare und nicht beeinflussbare Risikofaktoren

Das Schlaganfallrisiko hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Einige dieser Risikofaktoren lassen sich nicht beeinflussen – beispielsweise genetische Voraussetzungen oder das Alter. So sind etwa 80 Prozent der Schlaganfallpatienten über 60 Jahre alt. Andere Risiken können hingegen durch eine aktive Vorsorge und einen gesunden Lebensstil reduziert werden. Zu den beeinflussbaren Risikofaktoren gehört Rauchen. Ebenso Diabetes mellitus sowie Bluthochdruck und Vorhofflimmern. Da diese Grunderkrankungen häufig keine klar erkennbaren Beschwerden auslösen, ist es wichtig, regelmäßig Vorsorgeuntersuchungen beim Arzt wahrzunehmen und auch das eigene Schlaganfallrisiko abklären zu lassen.

Unterschiedliche Schlaganfallrisiken bei Männern und Frauen

Lässt man die statistisch höhere Lebenserwartung von Frauen außer Acht, besitzen Männer ein höheres Schlaganfallrisiko. Dabei gibt es spezielle Risikofaktoren, die naturgemäß nur Frauen betreffen. So unterliegen Frauen im Laufe ihres Lebens hormonellen Schwankungen – insbesondere in Bezug auf das weibliche Sexualhormon Östrogen. Verschiedene Untersuchungen geben Hinweise darauf, dass ein Zusammenhang zwischen den Schwankungen im weiblichen Hormonhaushalt und einem Schlaganfallrisiko besteht. Ein erhöhtes Risiko haben Frauen vor allem dann, wenn sie mit der Antibabypille verhüten, während bestimmter Phasen der Schwangerschaft (drittes Schwangerschaftsdrittel) und der Menopause. Es liegen derzeit allerdings keine eindeutigen Studienergebnisse vor, die eine klare Antwort auf die Frage geben, wie weibliche Hormone das Schlaganfallrisiko beeinflussen.

Dem Schlaganfall vorbeugen – mit Bewegung und gesunder Ernährung

Auch wenn das Schlaganfallrisiko von verschiedenen Faktoren abhängt, die nicht alle beeinflussbar sind, so lässt es sich auch durch einen gesunden Lebensstil senken. Hier spielt eine „herzgesunde“ Lebensweise eine wichtige Rolle. Dazu gehören vor allem regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung. Denn körperliche Bewegung hat viele positive Auswirkungen: Sie kann dazu beitragen, den Blutdruck zu senken, den Herzrhythmus zu stabilisieren und Übergewicht zu reduzieren. Es muss dabei kein anstrengender Leistungssport sein: Schon regelmäßige körperliche Aktivität (auch bei geringer Belastungsintensität) wie flottes Gehen, Radfahren oder Schwimmen wirkt sich positiv auf Wohlbefinden und Gesundheit aus. Empfehlenswert ist darüber hinaus eine ausgewogene Ernährung: Bewährt hat sich eine mediterrane Kost mit viel Obst, Gemüse, Olivenöl und Fisch.

Notfall: Symptome frühzeitig erkennen

Das Wissen um Risikofaktoren und Vorsorgemöglichkeiten ist wichtig, um einem Schlaganfall vorzubeugen. Genauso wichtig ist jedoch auch, die Symptome eines Schlaganfalls zu kennen. Denn bei einem Schlaganfall zählt jede Minute: Bestimmte Behandlungsverfahren können nur bis zu drei Stunden nach Einsetzen der Symptome eingeleitet werden. Wer innerhalb der ersten zwei Stunden seit Beginn der Symptome die Notaufnahme erreicht und so schnell wie möglich auf einer Schlaganfall-Station behandelt wird, hat daher höhere Genesungschancen.

Zu den typischen Symptomen eines Schlaganfalls gehören plötzlich einsetzende halbseitige Lähmungen, die sich beispielsweise in einem hängenden Mundwinkel äußern können. Es können auch plötzlich Seh- oder Sprachstörungen, Schwindel oder starke Kopfschmerzen auftreten. Darüber hinaus können auch eher untypische Symptome wie Desorientierung, Übelkeit, Erbrechen oder allgemeine Schwäche und Benommenheit ein Hinweis für einen Schlaganfall sein. Sechs Studien deuten darauf hin, dass Frauen häufiger als Männer unspezifische Symptome schildern.

Bei den typischen Symptomen sollten Sie sofort den Notarzt verständigen – und auch die untypischen Symptome sollten Sie ernst nehmen. So können Sie im Notfall wertvolle Zeit gewinnen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.10.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Initiative Schlaganfallvorsorge. Bei Vorhofflimmern handeln: Schlaganfall vorbeugen. Unbekannte Risikofaktoren und Symptome – Das sollten Sie wissen!
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung