Hilfe bei Panikattacken

Meist treten sie ganz plötzlich auf: Panikattacken. Symptome können zum Beispiel Atemnot und Beklemmung sein. Was dann helfen kann.

Frau hat Angst © Thinkstock
(Krefeld – 31.07.2015) Panikattacken können scheinbar aus dem Nichts heraus auftreten. Oftmals kommen die Angstzustände in Situationen vor, in denen sich Menschen in ihrer Bewegungsfreiheit eingeengt fühlen – zum Beispiel im Aufzug, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder einem Stau.  

„Als typische Symptome einer Panikattacke können sich plötzliche Atemnot und Beklemmung sowie Schwindel, Schweißausbruch und ein Ohnmachtsgefühl bis hin zur Todesangst entwickeln. Bei manchen Personen stehen solche körperlichen Symptome aber auch weniger im Vordergrund. Stattdessen dominieren psychische Beschwerden wie ausgeprägte Angstgedanken oder auch das Gefühl völlig neben sich zu stehen“, berichtet Dr. Christa Roth-Sackenheim vom Berufsverband Deutscher Psychiater (BVDP).

Möglichst tiefe und langsame Bauchatmung kann helfen

Wer eine Panikattacke erlebt, kann mit verschiedenen Mitteln versuchen, sie abzuschwächen. „Zum einen ist es sinnvoll, sich klar zu machen, dass dieser unangenehme Zustand nicht von langer Dauer sein wird. Meist ist die Attacke nach zehn bis 30 Minuten überstanden. Als weitere Sofortmaßnahme ist eine bewusste, möglichst tiefe und langsame Bauchatmung hilfreich, denn eine beschleunigte Atmung verschlimmert die Beschwerden in der Regel“, so die Expertin. Weil Angstzustände mit einer erhöhten muskulären Anspannung einhergehen, können Betroffene zudem versuchen, ihre Muskeln bewusst zu entspannen. Das gelingt umso besser, je geübter man darin ist.

Verdrängung ängstlicher Gedanken verstärkt die Angst

Manche Betroffene versuchen, eine Panikattacke gezielt zu verdrängen. Das entspricht jedoch einem Vermeidungsverhalten, das die Angstproblematik letztlich ungünstig beeinflusst. „Die Unterdrückung von Angstgedanken kann zu einer paradoxen Verstärkung von Angst führen und damit Angstattacken auslösen oder begünstigen, zumindest aber zu einer Aufrechterhaltung einer Angststörungen beitragen“, warnt die Psychiaterin und Psychotherapeutin. „Dagegen kann eine bewusste Auseinandersetzung mit der Angst, also die Konfrontation mit angstauslösenden Situationen zu einer sukzessiven Gewöhnung und damit zur Herabsetzung des Angstniveaus führen. Angstgedanken verschwinden zwar meist nicht völlig, aber es ist möglich zu erlernen, die Reaktion auf sie so zu verändern, dass man kontrolliert damit umgehen kann.“ Wer unter Panikattacken leidet, sollte sich nicht in ein Vermeidungsverhalten drängen lassen, das am Ende seine Lebensqualität einschränkt.

Behandlung mit Medikamenten und Psychotherapie

Panikattacken gehören zu den Angsterkrankungen und können mit Medikamenten und Psychotherapie erfolgreich behandelt werden. Es gibt eine Reihe von wirkungsvollen psychiatrisch-psychotherapeutischen Therapiemöglichkeiten, mit denen Betroffenen dauerhaft geholfen werden kann. Voraussetzung dafür ist, dass körperliche Ursachen für die Symptome ausgeschlossen werden und dass der Betroffene seine Erkrankung akzeptiert.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 31.07.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverband Deutscher Psychiater (www.psychiater-im-netz.org): Bei Panikattacken bewusst Bauchatmung durchführen
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