Hilfe bei RLS

Es kribbelt, zieht und spannt in den Beinen – meistens nachts. Was beim Restless-Legs-Syndrom die Beschwerden lindern kann.

Frauenbeine © Thinkstock
(Krefeld – 11.05.2015) Charakteristisch für das Restless‐Legs‐Syndrom (RLS) sind nachts auftretende, kribbelnde, ziehende oder als Spannung bemerkte Empfindungen in den Extremitäten. Diese werden meist nicht oberflächlich oder hautnah gespürt, sondern gehen scheinbar aus tieferen Gewebeschichten, Muskeln oder Knochen hervor. Insbesondere während der nächtlichen Ruhephase erleben Betroffene zudem einen unangenehm starken Bewegungsdrang der Beine. Sind die Beschwerden, die oft fünf bis 30 Minuten nach dem Zubettgehen auftreten, stark ausgeprägt, hindern sie die Erkrankten am Einschlafen. Aufstehen und Herumlaufen lässt die Symptome für kurze Zeit vergehen.

Was die Beschwerden lindern kann

„Beim RLS-Syndrom handelt es sich um eine Störung der Nervenfunktion, die teilweise auch von äußeren Faktoren beeinflusst wird. So kann ein Verzicht auf alkohol‐ und koffeinhaltige Getränke in manchen Fällen eine Linderung der Beschwerden bewirken. Auch moderate Bewegung – beispielsweise beim Fahrradfahren – wird von einem Teil der Patienten als positiv erlebt. Darüber hinaus können bei akuten Beschwerden Massagen der Beine, kalte Fußbäder oder auch Kniebeugen hilfreich sein“, sagt Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN).  

„Stress, schwere körperliche Arbeit und auch anstrengende sportliche Betätigungen können die Symptome hingegen verstärken. Auch bestimmte Medikamente wie Antidepressiva, klassische Antipsychotika sowie das Medikament Metoclopramid, das gegen Übelkeit eingesetzt wird, können die Ruhelosigkeit in den Beinen steigern.“ RLS‐Betroffene sollten die Einnahme dieser Arzneimittel genau mit ihrem Arzt besprechen.

RLS kann auch eine Begleiterscheinung anderer Erkrankungen sein

Das RLS‐Syndrom kann als selbständige Krankheit ausgeprägt sein, ist aber auch nicht selten Symptom einer anderen Grunderkrankung. „Entsprechende Beschwerden können auch im Zusammenhang mit einer Störung der Schilddrüsenfunktion, bei Eisenmangel, bei stark eingeschränkter Nierenfunktion und bei verschiedenen neurologischen Erkrankungen wie Morbus Parkinson oder Multipler Sklerose auftreten“, so Dr. Bergmann. „RLS-Symptome kommen darüber hinaus bei Frauen gehäuft auch während der letzten Schwangerschaftswochen und nach der Geburt vor.“ Um die Erkrankung optimal behandeln zu können, ist es wichtig, die Ursachen der Beschwerden ärztlich abzuklären.

Therapie auf die individuellen Beschwerden abstimmen

Bei der Therapie ist es wichtig, dass sie auf das individuelle Beschwerdebild abgestimmt ist. Wenn die Ruhelosigkeit in den Beinen auf keine anderen behandelbaren Ursachen zurückgeführt werden kann und Leidensdruck vorhanden ist, kann das RLS in der Regel medikamentös behandelt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn eine alleinige Umstellung der Lebensgewohnheiten nicht ausreichend ist. „Gut wirksam bei RLS ist die Gabe von Levo‐Dopa, einer Vorstufe des Botenstoffs Dopamin oder von einem Dopamin‐Ersatzstoff. Diese Behandlung führt in der Regel bereits nach der ersten Gabe zu einem Nachlassen der Beschwerden“, so der Nervenarzt. Es stehen jedoch auch andere Arzneimittel gegen ruhelose Beine zur Verfügung, die bei Gegenanzeigen, Unverträglichkeiten oder unerwünschten Nebenwirkungen wie Wassereinlagerungen in den Beinen eingesetzt werden können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.05.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Nervenärzte (BVDN): Restless-Legs-Syndrom: Alkohol- und Koffeinverzicht lindern Beschwerden
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