Depression: mehr Fehltage

Immer mehr werden wegen psychischer Leiden krankgeschrieben – zum Beispiel Depressionen. Große Unterschiede gibt es bei Geschlecht, Alter und Beruf.

Frau schaut traurig aus dem Fenster © Thinkstock
(Hamburg/Berlin – 29.01.2015) Psychische Erkrankungen verursachen bei Arbeitnehmern immer mehr Fehltage. Insgesamt entfielen 2014 knapp 17 Prozent aller Ausfalltage auf Depressionen, Angststörungen und andere psychische Leiden. Das ist ein Anstieg um knapp zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Nach einer aktuellen Analyse der DAK-Gesundheit rangieren diese Diagnosen damit erstmals auf Platz zwei der Fehltage-Statistik. Nur Erkrankungen des Muskel-Skelett-Systems wie etwa Rückenschmerzen sorgten 2014 mit 23 Prozent für noch mehr Ausfalltage. Auf Platz drei lagen Erkrankungen des Atmungssystems – zum Beispiel Erkältungen.

Zahl hat sich in den vergangenen zehn Jahren mehr als verdoppelt

Der Anstieg der Fehltage aufgrund von Depressionen ist rasant – in den vergangenen zehn Jahren hat sich die Zahl mehr als verdoppelt. Diesen Trend bestätigt auch der aktuelle Depressionsatlas der Techniker Krankenkasse (TK). Demnach sind die Fehlzeiten aufgrund von Depressionen vom Jahr 2000 bis 2013 um fast 70 Prozent gestiegen. „Statistisch gesehen war jeder einen Tag aufgrund von Depressionen krankgeschrieben. Anders als bei anderen Diagnosen wie Erkältungskrankheiten oder Rückenschmerzen sind bei den Depressionen zwar deutlich weniger Menschen betroffen – nur 1,6 Prozent bekamen eine solche Krankschreibung. Die, die es trifft, fallen aber sehr lange aus – im Durchschnitt 64 Tage“, sagt Dr. Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK.

Deutliche Unterschiede bei Geschlecht, Alter und Berufen

Betroffen sind laut TK vor allem Berufe mit hohem Stresslevel und einer großen psychischen Belastung – zum Beispiel im Callcenter (2,8 Tage), in der Altenpflege (2,5 Tage), in Erziehungsberufen (1,6 Tage) und Sicherheitsberufen (1,4 Tage).

„Die Fehlzeiten unterscheiden sich zudem zwischen den Geschlechtern: Frauen sind mit durchschnittlich 1,3 Tagen deutlich mehr aufgrund von Depressionen krankgeschrieben als Männer mit durchschnittlich 0,8 Tagen. Zudem nehmen die Fehlzeiten mit dem Alter deutlich zu. Erst ab dem 60. Lebensjahr sind die Werte wieder rückläufig“, so Dr. Thomas Grobe vom Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen (AQUA), der die Daten für die TK ausgewertet hat.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.01.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der DAK-Gesundheit: Krankschreibung: Depressionen erreichen Höchststand
  • Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse: TK-Depressionsatlas: Niederschlag von Lübeck bis Kulmbach
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