Wer die Wahl hat …

Eine Studie zeigt: Treffen wir eine Entscheidung selbst, sind wir leistungsfähiger. Das könnte auch bei der Therapie von Krankheiten helfen.

Hand greift nach Apfel © Thinkstock
(Witten/Herdecke – 03.12.2014) Wer die Wahl hat, hat die Qual – heißt es. Aber wer einmal eine Wahl getroffen hat, setzt dadurch verschiedene psychologische Mechanismen in Bewegung, die den Menschen in seiner Entscheidung bestärken und unangenehmes Grübeln vermeiden helfen. „Wer immer weiter über eine möglicherweise falsche Entscheidung nachdenkt, ist zur Unzufriedenheit verdammt. Davor schützen wir uns unbewusst“, erklärt Prof. Ulrich Weger, Leiter des Departments für Psychologie und Psychotherapie der Universität Witten/Herdecke.  

Weger wollte nun herausfinden, ob dieses Prinzip auch im therapeutischen oder pädagogischen Zusammenhang wirksam eingesetzt werden könnte. „Kann etwa ein Arzt, der seinem Patienten die Möglichkeit gibt, über Behandlungsoptionen mitzuentscheiden, von diesen psychologischen Prozessen Gebrauch machen? Führt die Selbstbestärkung dazu, dass der Patient zuversichtlicher auf seine Gesundung vertraut, die Medikamente besser bei ihm wirken oder er weniger Schmerzen erleidet?“, fragte sich der Psychologe.

Wahlfreiheit brachte größeren Erfolg

In einer aktuellen Studie wendeten Weger und sein Team das Prinzip in einem pädagogischen Zusammenhang an: Den Probanden wurde die Wirkung dreier angeblich besonders leistungssteigernder Lebensmittel kurz beschrieben. Dann durften sie dasjenige auswählen, von dem sie meinten, es würde ihnen am besten bei dem anstehenden Gedächtnistest helfen. Schließlich folgte der Test, bei dem die Teilnehmer auf ihre Erinnerung von Wörtern geprüft wurden. Teilnehmer, die selbst die angeblich leistungssteigernde Substanz ausgewählt hatten, schnitten in dem Gedächtnistest besser ab als Personen, die die gleichen Substanzen nahmen, aber keine Wahlfreiheit hatten.

Oft wissen wir selbst am besten, was uns guttut

„Wir selbst wissen in vielen Fällen am besten, was gut für uns ist. Als Arzt, Therapeut oder Pädagoge sollten wir dieses Wissen nutzen, wenn sich in dem entsprechenden Zusammenhang die Möglichkeit bietet. Es macht sicher keinen Sinn, zu fragen, ob man bei einer Herzoperation eine Narkose wünscht. Aber in vielen anderen Bereichen sind da ungeahnte Schätze zu heben und in den Genesungs- oder Lernprozess mit einzubeziehen“, so Weger.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.12.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Universität Witten/Herdecke: Psychologie: Wer selbst entscheidet, ist leistungsfähiger
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