Vorhofflimmern mit Folgen

Häufig ist unbemerktes Vorhofflimmern für einen Schlaganfall verantwortlich. Dabei ließe er sich oft vermeiden – durch regelmäßiges Pulsmessen.

Pulsmessen © Thinkstock
(Frankfurt am Main – 29.10.2014) Häufig bekommen Menschen einen Schlaganfall, weil sie unter Vorhofflimmern leiden, ohne es zu wissen: Unbehandelt und ohne die Einnahme gerinnungshemmender Medikamente sind sie dem Schlaganfall schutzlos ausgesetzt. Jedes Jahr verursacht Vorhofflimmern etwa 30.000 Schlaganfälle. Die Deutsche Herzstiftung rät deshalb, regelmäßig den Puls zu kontrollieren, um so frühzeitig Auffälligkeiten des Herzschlags wie Vorhofflimmern zu entdecken und diese durch einen Arzt abklären zu lassen.

Risiko für Vorhofflimmern wächst mit dem Alter

Tückisch ist, dass Vorhofflimmern bei der Hälfte aller Patienten ohne Symptome oder Beschwerden auftritt und dadurch unbemerkt bleibt. Das gilt verstärkt für ältere Patienten. Mit dem Alter steigt das Risiko, Vorhofflimmern zu bekommen. Bei über 60-Jährigen liegt die Häufigkeit bei vier bis sechs Prozent, bei über 80-Jährigen bereits bei neun bis 16 Prozent. Vorhofflimmern ist meist dadurch gekennzeichnet, dass das Herz völlig außer Takt ist – es schlägt chaotisch und rast mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute, in seltenen Fällen sogar schneller. Oft begleiten innere Unruhe, Angstgefühle, Abgeschlagenheit, Atemnot oder Leistungseinschränkungen das Herzstolpern und Herzrasen.

Pulsmessen: Besonders wichtig bei Bluthochdruck und hohem Alter

„Allein durch Pulsmessung ließe sich die Mehrheit der Schlaganfälle aufgrund von unbemerktem Vorhofflimmern vermeiden, da diese Patienten nach Diagnose der Rhythmusstörung mithilfe gerinnungshemmender Medikamente vor dem Schlaganfall geschützt werden könnten“, so Kardiologe Prof. Dr. Günter Breithardt vom Universitätsklinikum Münster. „Den Puls am Handgelenk selbst zu messen, kann jeder lernen. Die Pulsmessung empfehlen wir besonders sowohl Männern wie auch Frauen ab dem 65. Lebensjahr und Menschen mit Bluthochdruck, denn etwa 70 Prozent der Patienten mit Vorhofflimmern haben Bluthochdruck. Ärzte sollten bei diesen Patienten immer zuerst den Puls fühlen und bei Auffälligkeiten ein EKG machen“, sagt Breithardt.

Wie misst man den Puls richtig?

So können Sie Ihren Puls messen: Bleiben Sie zunächst fünf Minuten ruhig sitzen. Dann suchen Sie mit dem Zeige- und Mittelfinger an der Innenseite des Unterarms unter dem Daumen die Unterarmarterie. Messen Sie den Puls 30 Sekunden lang und verdoppeln Sie das Ergebnis. Dabei lassen sich auch Unregelmäßigkeiten des Pulses feststellen.  

Ist der Puls unregelmäßig oder liegt er in Ruhe über hundert Schlägen pro Minute, sollten Sie so schnell wie möglich einen Arzt aufsuchen, um abklären zu lassen, ob Vorhofflimmern dahintersteckt. Denn schon in wenigen Stunden können in den Herzvorhöfen Blutgerinnsel entstehen, die – vom Blutstrom mitgeschleppt – Arterien verschließen und je nach betroffenem Areal einen Schlaganfall verursachen.  

Sie können Unregelmäßigkeiten des Pulses auch feststellen, wenn sie ihren Blutdruck mit Blutdruckmessgeräten messen, die neben dem Blutdruck auch einen unregelmäßigen Herzschlag anzeigen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.10.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Herzstiftung: Schlaganfall durch unbemerktes Vorhofflimmern: mit Pulsmessen vermeidbar
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