Tageslicht bei Depression

Schon einstündige Spaziergänge – auch bei bedecktem Himmel – helfen in der kalten und trüben Jahreszeit, einer Winter‐Depression entgegenzuwirken.

Frau ist niedergeschlagen © Thinkstock
(Krefeld – 26.11.2014) In den Herbst‐ und Wintermonaten führt Lichtmangel bei vielen Menschen zu einer gedrückten Stimmung, verminderter Tatkraft und verstärkter Müdigkeit. Treten diese Beschwerden in der kalten, dunklen Jahreszeit immer wieder auf – verbunden mit depressiver Verstimmung – ist das charakteristisch für eine sogenannte saisonal abhängige Depression (SAD). In den meisten Fällen hat dieses Phänomen jedoch keinen Krankheitswert, muss also nicht behandelt werden. Dennoch schlägt eine Winter-Depression aufs Gemüt. Als Ursache für die saisonal abhängige Depression gilt die fehlende oder verzögerte Anpassung des Körpers an die verminderte Lichtintensität im Winter, gemeinsam mit der verkürzten Sonneneinstrahlung und den abfallenden Temperaturen.    

„In der dunklen Jahreszeit sollte man auf eine ausreichende Lichteinwirkung achten, um einer saisonal abhängigen Depression entgegenzuwirken. Hierfür kann bereits ein einstündiger Aufenthalt oder ein Spaziergang im Tageslicht – auch bei bedecktem Himmel – hilfreich sein“, empfiehlt Dr. Frank Bergmann vom Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN).

Bei hohem Leidensdruck einen Facharzt aufsuchen

Bei mehr als 10 Prozent der Bevölkerung erreichen die Beschwerden jedoch ein Ausmaß, das zu einer deutlichen Einschränkung der emotionalen Befindlichkeit und der Leistungsfähigkeit führt. Bei einem hohen Leidensdruck sollten Betroffene einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie beziehungsweise einen Neurologen aufsuchen. „Ein Facharzt kann abklären, ob es sich um eine saisonal abhängige Depression handelt oder eine andere Depression dahintersteckt“, sagt der Experte.  

„Für die saisonale Depression sind neben gedrückter Stimmung und Leistungseinbußen auch Heißhunger, Gewichtszunahme und ein verstärktes Schlafbedürfnis typische Symptome. Hingegen leiden Menschen mit echten Depressionen meist unter Appetitlosigkeit und haben Schlafstörungen. Spätestens wenn Niedergeschlagenheit und Freudlosigkeit im Frühjahr weiter bestehen, muss unbedingt abgeklärt werden, ob es sich um eine nicht saisonal bedingte Depression handelt“, betont Dr. Bergmann. Eine anhaltende Depression bedarf einer psychotherapeutischen und oftmals auch medikamentösen Behandlung.

Lichttherapie kann die Beschwerden lindern

Eine saisonal abhängige Depression von Krankheitswert lässt sich über mehrere Wege behandeln. „Die Beschwerden bessern sich meist durch eine Lichttherapie – von Tageslicht bis hin zur Therapie mit einer speziellen 10.000‐Lux‐Lampe. Auch können bei leichteren saisonalen Depressionen antidepressiv wirksame pflanzliche Mittel wie Johanniskraut in ausreichender Dosierung hilfreich sein“, so der Neurologe.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.11.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Berufsverband Deutscher Nervenärzte (www.neurologen-im-netz.org): Spaziergänge helfen an trüben Tagen gegen Winter-Depression
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung