Der Einfluss unseres Gangs

Eine aktuelle Studie zeigt: Ob wir eher positive oder negative Informationen verarbeiten, hängt unter anderem von unserem Gang ab.

Frau geht am Strand entlang © Thinkstock
(Witten/Herdecke – 27.10.2014) Wer mit hängenden Schultern dahinschlurft, wird sich eher an negative Dinge erinnern, wer fröhlich läuft, kann sich eher positive Dinge merken – das zeigt eine Studie von Wissenschaftlern der Universität Witten/Herdecke und der Kanadischen Queen’s University.

Wer fröhlich läuft, merkt sich mehr positive Wörter

„Viele Studien belegen, dass Bewegung bei Depressionen hilfreich ist – gehen, laufen, wandern. Wir wollten wissen, ob auch die Art des Gangs Einfluss auf depressionsrelevante Prozesse hat“, erklärt Prof. Dr. Johannes Michalak, Psychologe an der Universität Witten/Herdecke, den Ansatz. Aus früheren Untersuchungen wissen die Forscher, wie Depressive und Nicht-Depressive gehen.  

In der aktuellen Untersuchung haben die Wissenschaftler das Gangmuster der Probanden (39 Studierende) so verändert, dass sie entweder fröhlicher oder depressiver liefen als normal. Dann boten sie ihnen positive Wörter (zum Beispiel mutig, attraktiv) oder negative Wörter (zum Beispiel langweilig, dumm) dar und die Teilnehmer sollten entscheiden, ob sie diese Wörter beschreiben. Nach acht Minuten wurde ein nicht angekündigter Gedächtnistest durchgeführt. Probanden, die depressiv gelaufen waren, behielten mehr negative Wörter – ein Muster, das auch immer wieder bei Depressiven zu finden ist. Probanden, die fröhlich gelaufen waren, merkten sich dagegen mehr positive Wörter.

Behandlungsmöglichkeiten für Depressionen?

„Das zeigt uns, dass unsere Art sich zu bewegen Auswirkung darauf hat, ob wir eher positive oder negative Informationen verarbeiten. Es gibt also einen Zusammenhang zwischen Körper (hier der Gangart) und der Psyche (hier der Art, welche Informationen wir uns merken). Solche Ergebnisse könnten in Zukunft dazu verwendet werden, Behandlungsmöglichkeiten für Depressionen zu entwickeln, die über eine Veränderungen von körperlichen Prozessen wirken“, so Michalak.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.10.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Universität Witten/Herdecke: Unsere Art zu Gehen beeinflusst, was wir uns merken
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