Dröhnen, Pochen, Hämmern

Sie sind unangenehm und fast jeder hat schon einmal darunter gelitten: Kopfschmerzen. Was dahinterstecken kann und wie sie sich behandeln lassen.

Frau hat Kopfschmerzen © Thinkstock
(Heidelberg – 05.09.2014) Heute ist Kopfschmerztag: Jeder kennt den „normalen“ Kopfschmerz – nach anstrengender Arbeit, bei einer Erkältung, nach übermäßigem Alkoholgenuss, einer durchwachten Nacht oder auch ganz ohne ersichtlichen Grund. „Kopfschmerzen können aber auch ein Warnsignal für eine Erkrankung sein“, sagt Professor Wick, Direktor der Abteilung Neuroonkologie der Neurologischen Klinik am Universitätsklinikum Heidelberg. „Und bei einem Teil der Patienten sind sie selbst eine Erkrankung.“ Treten akute Kopfschmerzen häufig auf, werden sie unerträglich oder sind mit den üblichen Schmerzmitteln nicht in den Griff zu bekommen. Dann sollte ein Arzt aufgesucht werden.

Kopfschmerz-Tagebuch gibt Hinweise auf Ursachen und Auslöser

Die Vorgeschichte ist wichtig, um die richtige Diagnose stellen zu können: Gibt es auslösende Faktoren? Wo genau tritt der Schmerz auf? Wie ist sein Charakter und wie lange dauert er an? Deshalb ist es hilfreich, wenn Patienten ein Schmerztagebuch führen. „Die Aufzeichnungen geben uns Hinweise auf die Ursachen und Auslöser des Kopfschmerzes“, so Wick. Typische unerkannte  Auslöser sind Hormonschwankungen, bestimmte Medikamente, Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder Zahnprobleme, deren Ursachen sich oft gut behandeln lassen.

Eine schwere Kopfschmerz-Erkrankung ist die Migräne, an der rund zehn Prozent der Bevölkerung – vor allem Frauen – leiden. Die heftigen, mitunter tagelang andauernden Kopfschmerzen sind meist halbseitig und werden von Ausfällen des Nervensystems wie Sehstörungen begleitet. Auslöser können zum Beispiel Schlafmangel, Hormone oder bestimmte Nahrungsmittel wie Schokolade, Käse oder Rotwein sein. Die Migräne ist zwar oft eine schwere Erkrankung, aber  längst kein Schicksal für alle Betroffenen mehr.  „Ausdauersport und Entspannungstraining, aber auch Änderungen der Lebensführung können zu deutlich weniger Attacken führen. Wir haben mittlerweile zudem gute Medikamente, die für Linderung sorgen“, so der Experte.

Einfaches Hausmittel: Pfefferminzöl auf die Schläfen reiben

Dies gilt auch für den häufigsten Kopfschmerztyp – die sogenannten Spannungskopfschmerzen. Auch einfache Hausmittel können die Beschwerden lindern: „Oft reicht es schon, sich die Schläfen mit Pfefferminzöl einzureiben", empfiehlt Wick. Die meisten gängigen Schmerzmittel helfen ebenfalls, sollten allerdings nicht regelmäßig eingenommen werden, da bei übermäßigem Gebrauch wiederum Kopfschmerzen ausgelöst werden können. Dies kann auch dann gelten, wenn die Medikamente für eine andere Erkrankung eingenommen werden. Und manchmal ist der Kopfschmerz auch ein Signal, die Lebensführung – zum Beispiel Schlafgewohnheiten, Kaffee- und Alkoholkonsum – umzustellen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.09.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Universität Heidelberg: „Kopfschmerz!“ – Warnsignal oder Erkrankung?
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