Zittern abklären lassen

Viele vermuten bei zitternden Händen gleich eine Parkinson-Erkrankung. Meist steckt jedoch ein sogenannter essenzieller Tremor dahinter.

Frau hält Tasse mit beiden Händen © Thinkstock
(Krefeld – 06.06.2014) Menschen, die neuerdings ein Zittern ihrer Hände bemerken, sollten dieses Symptom ärztlich untersuchen lassen. Allgemein herrscht das Missverständnis vor, dass Zittern in der Regel mit der Parkinson‐Erkrankung verbunden ist. Wesentlich häufig ist jedoch der sogenannte essenzielle Tremor – eine verhältnismäßig harmlose Erkrankung, von der rund fünf Prozent der über 65‐Jährigen betroffen sind.

Essenzieller Tremor schränkt Lebensqualität ein

„Beim essenziellen Tremor beginnt das Zittern – vor allem der Hände, manchmal auch der Beine und der Stimme – meist ab dem 50. Lebensjahr. Auch wenn dieser Tremor an sich nicht gefährlich ist, kann er für die Betroffenen eine Einschränkung der Lebensqualität bedeuten, wenn ihnen zum Beispiel bestimmte Tätigkeiten, bei denen Fingergeschick erforderlich ist, schwerfallen. Mit einer medikamentösen Behandlung kann das Zittern zwar nicht geheilt, aber meist deutlich verringert werden“, sagt Dr. Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN). „Problematisch ist zudem, dass Menschen mit einem essenziellen Tremor oft irrtümlich für ängstlich oder alkoholabhängig gehalten werden. Dies kann zur Folge haben, dass sich einige von ihnen aus Scham aus ihrem sozialen Leben zurückziehen. Ein offener Umgang mit der Erkrankung und ein aufgeklärtes Umfeld erleichtern den Betroffenen das Leben enorm“.  

„Tremor“ ist der medizinische Ausdruck für Zittern. „Essenziell“ nennen Mediziner das Symptom, weil seine genaue Ursache bisher noch nicht vollständig aufgeklärt werden konnte.

Diagnostik: In welcher Frequenz und Situation tritt das Zittern auf?

Zittern kann sich auch im Rahmen einer Multiplen Sklerose, einer Epilepsie, nach der Einnahme bestimmter Medikamente oder bei Erkrankungen des peripheren Nervensystems – etwa bei der Polyneuropathie – entwickeln. Ebenso kann es bei einer Unterzuckerung nach einer sportlichen Anstrengung, infolge eines Diabetes mellitus oder als Symptom einer Schilddrüsenüberfunktion auftreten. „Zur Bestimmung der Ursache von Zittern ist unter anderem entscheidend, welche Frequenz die Zitterbewegung hat, das heißt, wie oft sie pro Sekunde erfolgt. Ebenso spielt es eine Rolle, wann sie auftritt, zum Beispiel in Ruhe, in der Bewegung oder beim Halten“, so der Experte.  

„Beim essenziellen Tremor kommt es typischerweise zu sechs bis zwölf Zitterbewegungen pro Sekunde – besonders häufig beim Vorstrecken der Hände und dem Halten von Gegenständen. Das Zittern bei einer Parkinson‐Erkrankung hat hingegen meist eine Frequenz von vier bis sechs Zitterbewegungen pro Sekunde und tritt in Ruhe am stärksten auf. Zudem sind beim essenziellen Tremor meist beide Hände beziehungsweise Beine betroffen, wohingegen der Tremor bei einer Parkinson‐Erkrankung in der Regel einseitig beginnt“, erklärt Beil. Eine genaue Schilderung der Umstände, unter denen das Zittern auftritt oder sich bessert, hilft dem Arzt dabei, die Ursache für den Tremor festzustellen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.06.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
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