So bleibt das Gedächtnis fit

Im Alter lässt das Gedächtnis immer mehr nach. Die gute Nachricht: Sie können vorbeugen. Tipps, wie Sie Gedächtnisschwund entgegenwirken.

Seniorenpaar am Strand © Thinkstock
(Berlin – 25.03.2014) Mit zunehmendem Alter können sich Gedächtnis und Denken, Orientierung, Auffassungsgabe, aber auch die Lern- und Entscheidungsfähigkeit verschlechtern. Doch dem lässt sich aktiv vorbeugen. Professor Dr. med. Otto W. Witte, Direktor der Klinik für Neurologie der Friedrich-Schiller-Universität Jena, gibt Tipps, wie Sie Gedächtnisschwund im Alter entgegenwirken können:

Tipp 1: körperlich und geistig aktiv sein

Durch Sport werden im Gehirn sogenannte trophische Faktoren – körpereigene Eiweißstoffe – freigesetzt, die die Lernfähigkeit erhöhen. Gleiches gilt auch für geistige Aktivität: Eine kürzlich veröffentlichte Studie hat gezeigt, dass Videospiele im Alter die kognitive Flexibilität verbessern. „Digitale Medien müssen daher nicht zur Verdummung beitragen, sondern können auch positive Effekte haben“, so Witte.

Tipp 2: auf guten Schlaf achten

Es gilt inzwischen als sicher, dass der Schlaf eine Rolle in der Verankerung neuer Gedächtnisinhalte spielt. Inwieweit der bei älteren Menschen häufig gestörte Schlaf zu Gedächtnisstörung beiträgt, ist allerdings noch unklar. Schaden kann ein gesunder Schlaf dem Gedächtnis jedoch auf keinen Fall.

Tipp 3: möglichst zufrieden durchs Leben gehen

Ein zufriedenes und glückliches Leben beeinflusst das Gedächtnis. Zwar wurde das bisher noch nicht systematisch untersucht. „Bekannt ist allerdings, dass chronische Depression einen negativen Einfluss auf die Gedächtnisleistung hat“, sagt der Experte. Bei einer Depression verringert sich die Anzahl neuer Nervenzellen im Gehirn. Auch die entzündliche Aktivität im Gehirn steigt an, was das Gedächtnis beeinträchtigt.

Tipp 4: sich vielseitig bilden

Eine vielseitige Bildung verbessert das Gedächtnis im Alter. Verschiedene Untersuchungen zeigen, dass kognitive Reserven im Alter – und damit die Dauer eines guten Gedächtnisses – umso größer sind, je besser die vielseitige Ausbildung in der Jugend ist. „Das Humboldtsche Bildungsideal einer umfassenden Bildung – nicht nur von Mathematik und Naturwissenschaften, sondern auch von Musik und Literatur – kann daher für das Gedächtnis im Alter von Vorteil sein“, erklärt Witte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.03.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften
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