Alzheimer-Risiko senken

Mediterrane Kost mit viel Fisch, Gemüse und Obst schmeckt nicht nur lecker, sie kann auch das Alzheimer-Risiko reduzieren.

Dorade © Thinkstock
(Düsseldorf – 07.03.2014) Lecker essen und gleichzeitig etwas für die körperliche und geistige Gesundheit im Alter tun: Das kann funktionieren. Ein Patentrezept, um sein Alzheimer-Risiko wegzuessen, gibt es zwar nicht. Jedoch ist bekannt, dass Menschen im Mittelmeerraum seltener an dieser Erkrankung leiden. Große Studien belegen, dass die Ernährung hierbei eine wichtige Rolle spielt.  

„Epidemiologische und klinische Daten belegen, dass sich durch eine gesunde Ernährung das Alzheimer-Risiko senken lässt“, sagt Privatdozent Dr. Gunter Eckert. Als Leiter der Arbeitsgruppe „nutritional-neuroscience“ am Pharmakologischen Institut für Naturwissenschaftler der Goethe-Universität Frankfurt untersucht er den Einfluss der Ernährung auf neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer.

Mediterrane Küche mit viel Fisch, Gemüse und Obst

Der positive Effekt der mediterranen Küche wird in der Alzheimer-Forschung auf ihre besondere Nährstoffzusammensetzung zurückgeführt. „Die mediterrane Ernährung ist natürlich ein Überbegriff und von Region zu Region verschieden. Generell ist sie aber gekennzeichnet durch den Verzehr von reichlich Obst und Gemüse, Olivenöl und Nüssen, dafür wenig rotem Fleisch und viel Fisch. Beim Fisch sollte man eher zu fettem Seefisch wie Lachs, Kabeljau oder Makrele greifen, da diese Fische viele langkettige Omega-3-Fettsäuren enthalten“, sagt Ernährungsexperte Eckert. Nüsse sind wertvoll, weil sie wichtige Eiweißbausteine wie Arginin sowie Mineralien liefern. Obst und Gemüse enthalten – genauso wie Olivenöl – viele Polyphenole. Neueste Erkenntnisse belegen, dass diese die Abwehrbereitschaft des Gehirns durch ihre antioxidative Wirkung steigern und den Energiestoffwechsel verbessern.  

Insgesamt scheint es auf eine möglichst vollwertige mediterrane Ernährung anzukommen – das legen die vorliegenden Studien nahe. Untersuchten Forscher nur den Verzehr von Einzelkomponenten, konnten sie keine Beziehung zwischen der Ernährung und einem reduzierten Alzheimer-Risiko feststellen.

Je länger man sich gesund ernährt, desto größer der Schutzeffekt

Es ist nie zu spät, seine Essgewohnheiten zu verändern, sagt Eckert: „Zwar ist der Schutzeffekt vor Alzheimer umso größer, je länger eine gesunde Ernährung eingehalten wird. Allerdings hat Essen ja auch etwas mit Lebensqualität zu tun – und die kann man sofort spüren.“ Wunder dürfe man von der mediterranen Ernährung allerdings nicht erwarten, so der Experte. Sie sei ja schließlich keine medizinische Therapie.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.03.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Alzheimer Forschung Initiative e.V.
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