Armutsgefühl macht krank

Wissenschaftler haben herausgefunden: Wer sich arm fühlt, wird eher krank. Auch die Wahrscheinlichkeit, früher zu sterben, steigt.

Älterer Mann © Thinkstock
(Berlin – 25.02.2014) Wer wenig Geld hat, wird eher krank und stirbt früher. Diese Erkenntnis ist nicht neu. Jedoch kann auch als arm gelten, wer sich arm fühlt. Wie stark das subjektive Armutsempfinden die Gesundheit beeinträchtigt, haben die Ökonomin Maja Adena vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung und ihr Kollege Michal Myck vom Deutschen Institut für Wissenschaftsforschung Berlin (DIW) und vom Center for Economic Analysis in Szczecin erstmals für die Altersgruppe der über 50-Jährigen nachgewiesen. Für ihre Studie werteten sie die Ergebnisse des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE), einer repräsentativen Befragung der Bevölkerung über 50 Jahre in Europa, aus.

Mit dem Armutsgefühl steigt die Wahrscheinlichkeit, früher zu sterben

Die Studie für Deutschland und elf weitere europäische Länder zeigt: Ältere Menschen, die sich selbst als arm einschätzen, erkranken deutlich häufiger (38 Prozent) und erleiden eher einen gesundheitlichen Rückschlag (48 Prozent). Auch die Wahrscheinlichkeit, früher zu sterben, ist bei ihnen weitaus höher – bei Männern dieser Altersgruppe um 40 Prozent.

Auch Vermögensarmut verschlechtert den Gesundheitszustand

Die Forscher unterscheiden in ihrer Studie drei Dimensionen von Armut: die Armut nach Einkommen, nach Vermögen und nach subjektiver Einschätzung. Neben der gefühlten Armut verschlechtert auch die Vermögensarmut den Gesundheitszustand. Wer über 50 ist und kaum oder wenig Vermögen hat, erkrankt deutlich häufiger und erholt sich nach einer Krankheit langsamer. Das Einkommen macht dagegen kaum einen Unterschied, wie gesund oder krank Menschen in der untersuchten Altersgruppe sind.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.02.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
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