Wenn junge Seelen leiden

In Deutschland werden immer mehr depressive Kinder und Jugendliche im Krankenhaus behandelt. Wann Eltern professionelle Hilfe suchen sollten.

Jugendliche mit Depressionen © Thinkstock
(Hamburg – 22.02.2014) In deutschen Krankenhäusern werden immer mehr Kinder und Jugendliche mit Depressionen behandelt. Die Zahl der 10- bis 20-jährigen Patienten hat sich innerhalb von acht Jahre verdreifacht – bundesweit sind es rund 12.600 Fälle. Das berichtet die Krankenkasse DAK-Gesundheit und bezieht sich dabei auf aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts für die Jahre 2004 bis 2012. Experten vermuten eine größere Sensibilität für seelische Leiden in der Bevölkerung als Ursache für den Anstieg.

Die DAK-Gesundheit wertet die Entwicklung der vergangenen Jahre auch als Zeichen einer Enttabuisierung. „Heute ist es weniger ein Makel, wenn jemand an einer Depression erkrankt“, sagt Diplom-Psychologe Frank Meiners. „Auch werden Anzeichen für eine depressive Störung viel eher erkannt.“

Im Jugendalter sind Frauen doppelt so oft betroffen

Die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die mit einer Depression ins Krankenhaus kommen, hat sich im vergangenen Jahrzehnt kontinuierlich erhöht. 2004 zählten die Krankenhäuser unter den 15- bis 20-Jährigen nur rund 3400 Fälle, 2012 bereits etwa 9900. Auch bei Kindern im Alter zwischen 10 und 15 Jahren stieg die Zahl der stationären Behandlungen im gleichen Zeitraum von 750 auf rund 2600 Fälle. Die Aufteilung zwischen den beiden Geschlechtern ändert sich mit fortschreitendem Alter fundamental: Während in der Kindheit Mädchen und Jungen noch ungefähr gleich oft unter einer Depression leiden, sind im Jugendalter junge Frauen doppelt so oft betroffen wie junge Männer.

Wann Eltern für ihre Kinder professionelle Hilfe suchen sollten

Viele psychische Symptome, die als typische Merkmale einer Depression gelten, können nach Einschätzung der DAK-Gesundheit auch normale Bestandteile der pubertären Selbstfindung sein. Dazu gehören extreme Stimmungsschwankungen, aggressives Verhalten und abfallende Schulleistungen. Kommen jedoch auch noch körperliche Symptome wie anhaltende Kopfschmerzen, Gewichtsverlust und Schlafstörungen hinzu, sollten Eltern professionelle Hilfe suchen. Als Experten kommen spezialisierte Psychotherapeuten oder Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie infrage.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.02.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: DAK-Gesundheit
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung