Nur Tief oder Depression?

Manchmal steckt hinter einem vermeintlich harmlosen winterlichen Stimmungstief eine echte Depression. Wann Sie zum Arzt gehen sollten.

Depression © Thinkstock
(Krefeld – 05.02.2014) In der dunkleren Jahreszeit fühlen sich manche Menschen niedergeschlagen, müde und antriebslos – und nehmen dies als normalen Begleitumstand der Winterzeit hin. Ausgeprägte, anhaltende Beschwerden sollten aber nicht vorschnell als typische Erscheinung des Winters abgetan werden, sondern mit einem Arzt besprochen werden.  

„Eine gedrückte Stimmung, die Hemmung von Antrieb und Denken, Interessenlosigkeit sowie verschiedene körperliche Symptome, die von Erschöpfung bis hin zu Schmerzzuständen reichen, sind mögliche Anzeichen einer Depression. Wer entsprechende Beschwerden bemerkt, die über einen Zeitraum von zwei Wochen andauern, sollte sich an seinen Hausarzt wenden oder einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie aufsuchen“, rät Dr. Christa Roth‐Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Psychiater (BVDP). „Es ist wichtig, dem Verdacht auf eine typische Depression oder eine saisonale Depression nachzugehen, um die Erkrankung gegebenenfalls frühzeitig behandeln zu können. Dadurch verbessert sich die Aussicht auf Heilung, der Erkrankungsverlauf kann abgemildert werden.“ Grundsätzlich neigen viele depressive Menschen dazu, über lange Zeit keinen Arzt aufzusuchen – sei es aus Unwissenheit, Verdrängung, Schamgefühl oder aus Antriebslosigkeit.

Mit Mitgefühl und Unterstützung zur Therapie motivieren

Bemerken Angehörige oder Freunde depressive Züge, sollten sie diese Auffälligkeiten ansprechen. Dies kann auf die Betroffenen entlastend wirken und sie dazu anregen, zum Arzt zu gehen. Man kann jedoch auch auf heftigen Widerstand bei den Erkrankten stoßen, da sie nicht glauben, krank zu sein, oder einen Arztbesuch für sinnlos halten. Dann sollte man Hilfestellung geben.  

„Mitten im Stimmungstief einer depressiven Phase sind viele Betroffene nicht dazu in der Lage, sich selbst Hilfe zu holen, weil sie von Antriebslosigkeit dominiert werden. Auch neigen Menschen mit Depressionen dazu, die Schuld bei sich selbst zu suchen“, sagt die Expertin. „In diesem Fall sollten Angehörige und Freunde den Betroffenen durch Mitgefühl und Unterstützung dazu motivieren, sich professionell helfen zu lassen. Hilfreich kann es dann sein, für den anderen einen Termin beim Facharzt zu vereinbaren und ihn gegebenenfalls zu begleiten.“

Bei Diagnose kann 80 Prozent der Betroffenen geholfen werden

Depressive Störungen und auch die teilweise damit verbundenen körperlichen Beschwerden wie Schmerzen sind ernstzunehmende Erkrankungen. Die Mehrheit der Menschen, die an Depressionen erkrankt sind, hegt früher oder später Suizidgedanken. Ist dies der Fall, sollten Betroffene schnell ärztliche Hilfe erhalten. Denn: Wird einmal die korrekte Diagnose gestellt, sind die Aussichten auf Besserung sehr vielversprechend. Mehr als 80 Prozent der Erkrankten kann dauerhaft und erfolgreich geholfen werden.

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Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.02.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
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