Drücken und Ziehen im Kopf

Spannungskopfschmerzen hatte fast jeder schon mal. Halten sie länger an oder kommen sie immer wieder, sollte man sie nicht selbst behandeln.

Kopfschmerzen © Thinkstock
(Krefeld – 18.10.2013) Leiden Menschen häufig unter Spannungskopfschmerzen, sollten sie diese nicht selbst behandeln, sondern fachärztliche abklären und behandeln lassen. „Bei gelegentlichen, vorübergehenden Spannungskopfschmerzen ist eine kontrollierte Selbstbehandlung mit frei verkäuflichen Schmerzmedikamenten wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen oder Paracetamol in Ordnung. Die Einnahme sollte jedoch seltener als zehnmal im Monat erfolgen. Auch Pfefferminzöl oder Tigerbalsam, die auf die Schläfen gestrichen werden, können Linderung bringen. Kommt es jedoch öfter im Monat über eine längere Dauer zu Beschwerden, sollte unbedingt eine professionelle Therapie erfolgen, damit der Kopfschmerz nicht chronisch wird“, rät Dr. Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN).

„Werden Schmerzmittel über einen längeren Zeitraum eingenommen, können sie die Kopfschmerzen verschlimmern oder eben chronisch werden lassen – auch können eine Reihe von Nebenwirkungen auftreten“, sagt Bergmann. Als chronisch werden Kopfschmerzen dann bezeichnet, wenn sie öfter als 15 Tage im Monat und mindestens drei Monate hintereinander auftreten.

Chronische Schmerzen: Therapie mit mehreren Behandlungsebenen

Sind die Kopfschmerzen bereits chronisch, wird eine Therapie notwendig, die mehrere Behandlungsebenen erfasst. „Es empfiehlt sich dann eine Behandlung mit Medikamenten, die den Serotonin-Stoffwechsel im Gehirn beeinflussen. Hierfür können unter anderem trizyklische Antidepressiva wie Amitryptylin wirksam eingesetzt werden“, berichtet Dr. Bergmann. „Auch Mittel zur Behandlung von Epilepsien oder muskelentspannende Wirkstoffe sind Behandlungsalternativen, ebenso wie Opiode bei sehr hartnäckigen, ausgeprägten Schmerzen. Durch eine Kombination mehrerer Wirkstoffe kann die Effektivität weiter gesteigert werden.“

Auch die nicht-medikamentöse Behandlungsebene umfasst mehrere Therapieansätze, darunter Entspannungsverfahren, Biofeedback und Verhaltenstherapie. „Als wirksam gilt die progressive Muskelentspannung, bei der gezielt Muskeln an- und entspannt werden. Wichtig ist hierbei jedoch eine regelmäßige Anwendung. Auch Autogenes Training kann dazu beitragen, dass die Kopfschmerzen als weniger intensiv erlebt werden“, so der Experte. „Ebenfalls hilfreich ist eine kognitive Verhaltenstherapie, die Betroffenen ein verbessertes Stressmanagement ermöglichen soll.“ Bei nicht-medikamentösen Verfahren kann es eine Zeit lang dauern, bis sie effektiv greifen. Sie bieten aber die Chance einer längerfristigen Wirkung. Auch Akupunktur hat sich bei der Prophylaxe von Spannungskopfschmerzen als wirksam erwiesen.

Symptome: Dumpfer, drückender oder ziehender Schmerz

Charakteristisch für Spannungskopfschmerzen ist ein dumpfer, drückender oder ziehender Schmerz im ganzen Kopf oder ein Schmerz, der sich vom Nacken bis zur Stirn zieht. Der Kopf scheint dabei schwer zu werden. Auch die Augen können müde werden. Als Schmerzverstärker gelten Verspannungen der Kopf- und Halsmuskulatur, Arbeiten in schlecht belüfteten Räumen, eine ständige Körperfehlhaltung oder auch Stress und psychosoziale Belastungen. Innere Faktoren wie gestörte Schmerzkontrollmechanismen können ebenfalls zur Schmerzentstehung beitragen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.10.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
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