Immer unter Strom

Wer ständig unter unbewusstem Stress steht, kann psychosomatische Beschwerden wie Kopf- oder Rückenschmerzen bekommen. Was dann helfen kann.

Gestresste Frau in der Arbeit © Thinkstock
(Krefeld – 21.08.2013) Wenn Menschen dauerhaft Stressfaktoren ausgesetzt sind, ohne diese bewusst wahrzunehmen und ohne adäquat darauf zu reagieren, kann sich diese Belastung neben psychischen Beschwerden wie Schlaflosigkeit und Nervosität auch in körperlichen Symptomen äußern. „Oftmals sind es Belastungsfaktoren der Arbeitswelt wie hohe Anforderungen, Konflikte mit Kollegen und Vorgesetzten oder auch Schwierigkeiten in Partnerschaft und Familie, die starken Stress auslösen können, ohne dass sich der Betroffene tatsächlich darüber im Klaren ist. Dieser unbewusste Stress kann sich jedoch verselbstständigen und eine Vielzahl körperlicher Symptome verursachen“, erklärt Dr. Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Psychiater (BVDP) in Krefeld. Erster Ansprechpartner sollte dann der Hausarzt sein, da organische Ursachen wie beispielsweise eine Schilddrüsenfehlfunktion oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgeschlossen werden müssen.

Typisch: Magen-Darm-Probleme, Rücken- und Kopfschmerzen

Typische psychosomatische Beschwerden, für die keine körperliche Ursache gefunden werden kann, sind Magen- und Darmprobleme, chronische Nacken- und Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Herzklopfen oder Bluthochdruck. „Nachdem organische Gründe ausgeschlossen wurden, sollten sich Betroffene damit auseinandersetzen, welche Einflüsse sie in ihrer momentanen Situation unter Druck setzen und was sie an ihrer Lage ändern können. Hilfreich ist es, diese Reflexion mit therapeutischer Begleitung zu unterstützen. Therapeuten können gezielt dabei helfen, bislang im Verborgenen gebliebene Belastungen aufzudecken und zu entschärfen. Das kann vorbeugen, dass die Beschwerden chronisch werden“, so Dr. Roth-Sackenheim.

Spannungszustände durch Entspannungsmethoden abbauen

Die Anspannung durch die Beschwerden und die daraus resultierende verstärkte Aufmerksamkeit für Körpersignale können ansonsten zu einem Teufelskreis und damit zu einer Verschlechterung der Symptomatik führen. „Bei Patienten mit Schmerzen ohne organische Ursache kann dann ein Training der Aufmerksamkeit von diesem Reiz weg eine deutliche Verbesserung der Beschwerden bewirken“, empfiehlt die Expertin. „Auch können Entspannungsmethoden wie die Progressive Muskelentspannung oder Autogenes Training erlernt werden, um Spannungszustände abzubauen.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.08.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
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