Ruhelose Beine

Ursache für unerklärliches Aufwachen in der Nacht kann das Restless-Legs-Syndrom sein. Wie sich die neurologische Störung behandeln lässt.

Frau kann nicht schlafen © Thinkstock
(Krefeld – 02.07.2013) Nächtliche Bewegungen der Arme und Beine, durch die Betroffene kurz aufwachen, können die neurologische Störung Restless-Legs-Syndrom zur Ursache haben. Da die Erkrankung vorwiegend in den Nachtstunden auftritt, sind gravierende Schlafstörungen möglich. „Während des Schlafs können bei Restless-Legs-Betroffenen wiederholt Zuckungen der Arme und Beine auftreten, die die Nachtruhe dann kurzzeitig unterbrechen. Ihnen ist die Ursache ihres Erwachens oft nicht bewusst, doch leiden sie in der Folge unter verstärkter Tagesmüdigkeit und eingeschränkter Leistungsfähigkeit“, berichtet Dr. Dr. Curt Beil vom Berufsverband Deutscher Neurologen.

„Auch die psychische Belastbarkeit kann beeinträchtigt sein und es können depressionsähnliche Symptome wie Antriebslosigkeit, Konzentrationsstörungen oder Vergesslichkeit auftreten“, so der Experte. Die Symptomatik kann dazu führen, dass das Restless-Legs-Syndrom als Depression oder chronisches Müdigkeitssyndrom fehlinterpretiert wird.

Kribbeln, Ziehen und Spannungen

Auch typisch für das Restless-Legs-Syndrom sind in der Nacht auftretendes Kribbeln, Ziehen oder Spannungen in Armen und Beinen, das scheinbar aus tieferen Gewebeschichten kommt. „Von Erkrankten wird dieser Zustand als äußerst unangenehm empfunden und kann durch Muskelanspannung und Bewegung unterbrochen werden. Oft sind Betroffene dazu gezwungen, aufzustehen und umherzugehen – die Symptome verschwinden dann meist innerhalb von fünf Minuten bis zu einer Stunde“, ergänzt Dr. Beil. In manchen Fällen sind außer den Armen und Beinen auch andere Regionen betroffen.

Mögliche Ursachen: chronische Erkrankung, Mangelzustände, Gene

Die Symptome des Restless-Legs-Syndroms können im Rahmen von chronischen Erkrankungen oder Mangelzuständen auftreten. „Hinter den Beschwerden können Eisenmangel, Vitamin B12- oder Folsäure-Mangel stecken. Doch auch eine chronische Nierenschwäche, Fehlfunktionen der Schilddrüse oder Morbus Parkinson müssen neben anderem als Auslöser diagnostisch abgeklärt werden“, erklärt der Neurologe. „Sind solche Ursachen ausgeschlossen, handelt es sich um ein sogenanntes primäres Restless-Legs-Syndrom, das in vielen Fällen auf eine genetische Veranlagung zurückgeht.“ Hintergrund des Syndroms ist eine Störung im Dopamin-Stoffwechsel.

Behandlung mit Dopamin-Vorstufen oder Dopaminagonisten

Zur Behandlung des Restless-Legs-Syndroms stehen mehrere Therapieoptionen zur Verfügung. „Bei Patienten mit leichten und gelegentlich auftretenden Beschwerden können Dopamin-Vorstufen hilfreich sein, die bedarfsgerecht eingenommen werden können. Bei ausgeprägten, täglichen Beschwerden können Dopaminagonisten eingesetzt werden, die im Organismus ähnliche Effekte ausüben wie der körpereigene Botenstoff Dopamin und längerfristig eingenommen werden können“, rät Dr. Beil.

Weitere Maßnahmen: Sport, Massagen, Wechselduschen

Vorteilhaft ist es darüber hinaus selbst auszuprobieren, welche nicht-medikamentösen Maßnahmen Linderung verschaffen. Bei manchen Betroffenen können sich leichter Sport, Massagen, das Abduschen mit heißem oder kaltem Wasser und der Verzicht auf Koffein günstig auswirken. Ungeeignet sind dagegen Entspannungstechniken wie die Progressive Muskelrelaxation oder autogenes Training, da sie die Beschwerden verstärken können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.07.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: www.neurologen-und-psychiater-im-netz.de
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