Gutes Gefühl?

Eine Psychotherapie kann helfen, dass es Psyche und Seele wieder besser geht. Doch nur, wenn die Chemie zwischen Therapeuten und Patienten stimmt.

Psychotherapie © Thinkstock
(Andernach – 04.04.2013) Wer eine Psychotherapie beginnt, erhofft sich, dass es Psyche und Seele bald wieder besser geht. Für den Erfolg einer Behandlung sei es dabei extrem wichtig, dass der Patient sich beim Therapeuten gut aufgehoben und betreut fühle, sagt Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des Berufsverbands Deutscher Psychiater (BVDP) aus Andernach. „Wer das Gefühl hat, dass der Therapeut keine gute Arbeit leistet, sollte die Therapie nicht der Form halber zu Ende bringen oder sogar durchleiden.“ Absolut untragbar sei es zum Beispiel, wenn der Therapeut während der Sitzung Telefonate annehme oder ständig von seinen eigenen Problemen und Erfahrungen erzähle. „Das ist unprofessionell“, so die Expertin.

Fehlende Sympathie kann dem Therapieerfolg im Weg stehen

Manchmal fehlt es aber einfach an Sympathie. Auch nach den „Schnupper-Stunden“, also den Sitzungen, die die Krankenkassen Patienten zum Kennenlernen eines Psychotherapeuten anbieten, kann es zum Beispiel sein, dass „keine Passung zwischen Patient und Therapeut“ entsteht, wie Roth-Sackenheim es formuliert. „Manche fühlen sich grundsätzlich unverstanden oder nicht ernst genommen und es entsteht Unbehagen in der Therapiestunde.“ Wichtig ist dann, diese Wahrnehmung gegenüber dem Therapeuten offen anzusprechen.

Das koste zwar Überwindung: „Es nützt aber auch nichts, diese Gefühle aus Höflichkeit zu verschweigen“, sagt die Expertin. Ein guter Therapeut reagiert auf solche Kritik konstruktiv und strebt eine Klärung mit dem Patienten an. Manchmal kann der Ausdruck des Unwohlseins auch ein wichtiges Symptom der psychischen Erkrankung sein. „Dann kann man daran gezielt arbeiten“, erklärt Roth-Sackenheim. Wenn jedoch keine Besserung eintritt, „ist es sinnvoller, die Zusammenarbeit zu beenden und sich einen anderen Psychotherapeuten zu suchen“.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.04.2013
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: dapd
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