Wieder mehr Gefühl

Kaum Gefühl im linken Arm – darunter leiden viele Schlaganfallpatienten. Elektrische Ströme hinter den Ohren bringen nun neue Hoffnung.

alte Hände © Thinkstock
(Saarbrücken – 28.03.2013) Schwache elektrische Ströme hinter den Ohren verschaffen Schlaganfallpatienten offenbar wieder mehr Gespür für den linken Arm und die linke Hand. Forscher der Universität des Saarlandes haben die therapeutische Wirkung der sogenannten Galvanisch-Vestibulären Stimulation (GVS) untersucht, wie die Hochschule mitteilte.

„Störungen des Körperempfindens zählen zu den häufigsten Folgen eines Schlaganfalls. Insbesondere Patienten, deren rechte Gehirnhälfte geschädigt ist, leiden oft darunter, dass sie ihre linke Körperhälfte vernachlässigen“, erklärt Studienleiterin Lena Schmidt. Dies äußere sich etwa darin, dass sie Schmerzen nicht beachteten, oder nicht einmal genau wüssten, wo sich ihr linker Arm befinde. „Obgleich diese Phänomene die Patienten sehr in ihrem Alltag beeinträchtigen, gibt es bislang keine wirksamen Ansätze für ihre Behandlung“, berichtet die Studienleiterin.

Positionssinn für den Arm und Reizempfindlichkeit für die Hand

Mit der Galvanisch-Vestibulären Stimulation haben die Wissenschaftler eine neue Therapiemöglichkeit entwickelt. Sie konnten sowohl den Armpositionssinn als auch die Reizempfindlichkeit der linken Hand deutlich und langfristig verbessern: „Unsere Studien belegen, dass GVS Schlaganfallpatienten künftig helfen könnte, ihr Empfinden für den eigenen Körper zu verbessern. Sie stellt eine vielversprechende Methode für die neurologische Rehabilitation dar“, sagt Schmidt.

Der Schlaganfall ist dritthäufigste Todesursache in Deutschland. Bis zu 70 Prozent der Überlebenden bleiben langfristig behindert oder pflegebedürftig. Viele davon leiden an Störungen des Körperempfindens.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.03.2013
  • Autor/in: vitanet.de-cl
  • Quellen: dapd
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