Gestresste Grundschüler

So jung und schon unter Leistungsdruck: Ein Drittel der Zweit- und Drittklässler fühlt sich laut einer Studie durch den Schulalltag gestresst.

Grundschülerin bei den Hausaufgaben © Thinkstock
(Berlin – 22.11.2012) Stress schon in der Grundschule: Bereits Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren leiden offenbar unter Leistungsdruck. Ein Viertel der Zweit- und Drittklässler fühlen sich häufig gestresst, wie die am Mittwoch in Berlin vorgestellte repräsentative Kindergesundheitsstudie des Instituts für Sozialforschung PROKIDS und des Deutschen Kinderschutzbundes (DKSB) ergab. Besonders oft nannten die befragten Kinder die Schule als Auslöser.

Ein Drittel der Befragten durch Schulalltag gestresst

Insgesamt gaben ein Drittel der jungen Teilnehmer Aspekte aus dem Schulalltag als Stressfaktoren an, wie zum Beispiel Hausaufgaben oder Tests. An zweiter Stelle folgten Ärger und Streit – dies belastete 21 Prozent der Befragten. „Mädchen fühlen sich durch Streit mit anderen viel häufiger gestresst als Jungs“, erläuterte Studienleiterin Anja Beisenkamp. Als dritthäufigster Stressfaktor wurden Familie, Eltern und Geschwister genannt.

Fast 5.000 Kinder aus elf Bundesländern befragt

Für die Studie wurden im Sommer 2011 fast 5.000 Kinder im Alter von sieben bis neun Jahren aus elf Bundesländern befragt. Die Schulkinder erhielten dazu Fragebögen, die sie anonym ausfüllen sollten. Nicht teilgenommen haben die Bundesländer Bayern, Bremen, Hamburg, Thüringen und das Saarland.

Schule in fast allen Bundesländern Stressfaktor Nummer eins

In nahezu allen teilnehmenden Bundesländern wurde die Schule als Stressfaktor am häufigsten genannt. In Berlin litten die Kinder jedoch stärker unter Ärger und Streit. Die Schule wurde dort erst an dritter Stelle genannt. Was der Grund dafür ist, blieb bisher unklar: Die Ursachen seien in dieser Studie noch nicht analysiert worden, sagte Studienleiterin Beisenkamp.

Schulwechsel nach der vierten Klasse erzeugt Angst und Stress

Friedhelm Güthoff, Sprecher des Deutschen Kinderschutzbundes, kritisierte, dass in Deutschland meist schon in der vierten Klasse entschieden werde, auf welche weiterführende Schulart Kinder nach der Grundschule gehen sollen: „Sie kommen unter Druck, sie haben Angst vor Ausgrenzung, Angst, nicht mithalten zu können.“
Autoren und Quellen Aktualisiert: 22.11.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cd
  • Quellen: dapd
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