Hirntumor durch Röntgen

Wer seine Zähne oft röntgen lässt, riskiert durch die Strahlenbelastung einen Hirntumor. Besonders gefährdet sind Kinder unter zehn Jahren.

Zahnröntgen © Thinkstock
(Hoboken – 11.04.2011) Menschen, die ein- oder mehrmals jährlich beim Zahnarzt geröntgt werden, haben eine dreifach höhere Wahrscheinlichkeit, an einem Hirntumor (Meningiom) zu erkranken. Bei häufig geröntgten Kindern unter zehn Jahren ist das Risiko sogar bis zu fünffach höher, stellten US-amerikanische Forscher in einer Studie mit fast 3.000 Teilnehmern fest. Dentale Röntgenaufnahmen sind klar mit einem erhöhten Risiko für ein Meningiom verbunden – vor allem, wenn sie häufig und in einem jungen Alter durchgeführt werden. Diese Ergebnisse sind wichtig. Geht es um Strahlenbelastung für den Menschen, ist Röntgen beim Zahnarzt eine der wichtigsten Quellen, berichten die Forscher im Fachmagazin „Cancer“.

Röntgen auf notwendiges Mindestmaß beschränken

„Unseres Wissens nach ist dies die bisher umfangreichste Studie, die den Zusammenhang zwischen dentalen Röntgenaufnahmen und dem Risiko für ein Meningiom untersucht hat“, schreiben Elizabeth Claus von der Yale University und ihre Kollegen. Das Ergebnis spricht dafür, dass man zukünftig die Röntgenaufnahmen bei Zahnarztpatienten auf ein absolut notwendiges Mindestmaß beschränken sollte. „Obwohl diese Aufnahmen ein wichtiges Werkzeug der Diagnose bei einigen wenigen sein können, kommt mehr Zurückhaltung den meisten Patienten zugute“, sagen die Forscher.

Nach Angaben der Wissenschaftler war bereits seit einiger Zeit bekannt, dass Röntgen- oder radioaktive Strahlung Meningiome auslösen kann. Unklar war aber bisher, inwieweit gängige Verfahren des Röntgens beim Zahnarzt dazu beitragen. Meningiome entstehen durch eine Entartung von Zellen der Hirnhaut und gelten als häufigste Geschwulsterkrankung im Schädel. Frauen sind von diesen gutartigen Tumoren häufiger betroffen als Männer.

Drei gängige Röntgenverfahren untersucht

Für ihre Studie hatten die Forscher 1.433 Patienten mit einem Meningiom und 1.350 gesunde Kontrollpersonen untersucht. Die Patienten hatten zwischen April 2006 und April 2011 ihre Diagnose erhalten und waren zu diesem Zeitpunkt zwischen 20 und 79 Jahre alt. Alle Studienteilnehmer wurden gefragt, wie häufig von ihnen in der Vergangenheit drei verschiedene Formen von Röntgenaufnahmen beim Zahnarzt gemacht worden waren: sogenannte Mundfilme, bei denen der Patient auf ein Stückchen Film beißt, seitliche Aufnahmen des Kiefers sowie die sogenannten Panorex-Aufnahmen. Bei diesen rotiert die Röntgenkanone einmal um den Kopf und erstellt ein Komplettpanorama des Gebisses.

Teilnehmer, bei denen jährlich oder häufiger eine Mundfilm-Aufnahme gemacht wurde, seien demnach 1,4- bis 1,9-mal häufiger an einem Meningiom erkrankt als selten oder gar nicht geröntgte, berichten die Forscher. Bei den mit einer höheren Strahlenbelastung verbundenen Panorex-Aufnahmen würde das Risiko sogar drei- bis fünfmal höher ansteigen. Eine ähnliche Tendenz, wenngleich nicht statistisch signifikant, fanden die Wissenschaftler für die seitlichen Aufnahmen.
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