Horror im Klassenzimmer

Mobbing kann schlimme Folgen für die Seele eines Kindes haben. Umso wichtiger ist es, dass Eltern und Lehrer Hinweise darauf rechtzeitig erkennen.

Verzweifeltes Kind © Thinkstock
(München – 29.02.2012) Fast ein Drittel aller Kinder und Jugendlichen werden in ihrer Schullaufbahn von Mitschülern verbal beleidigt, schikaniert, benachteiligt, ausgegrenzt oder sogar regelmäßig tätlich angegriffen. Man spricht dabei von Mobbing.

Neue Form des Mobbings

Eine neue Form des aggressiven Verhaltens unter Schülern, das sogenannte Cyberbullying, findet größtenteils im Internet statt. Hierzu gehören das wiederholte Versenden von belästigenden E‐Mails und Kurzmitteilungen sowie das Verbreiten von unwahren und diffamierenden Informationen. Nicht selten werden soziale Netzwerke für das Cyberbullying genutzt. Aktuelle Studien zeigen, dass zirka ein Drittel der Mobbing‐Opfer über Internet und Handy schikaniert werden.

Für einen Teil der Kinder wiegen die Belastungen durch Mobbing so schwer, dass sie ernste psychische Störungen entwickeln. „Wird ein Kind wiederholt ausgegrenzt, beleidigt und abgewertet, kann dies zu einer erheblichen Beeinträchtigung des Selbstwertgefühls führen“, berichtet Prof. Gerd Schulte‐Körne von der Deutschen Gesellschaft für Kinder‐ und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (DGKJP) in Berlin. Die Opfer beginnen zu verinnerlichen, was über sie gesagt wird. Diese Art negativer Gedanken kann die Entstehung von Angsterkrankungen und Depressionen begünstigen.

Mobbing erkennen

Auch unspezifische psychosomatische Beschwerden wie Kopf‐ und Bauchschmerzen oder Schlafstörungen können erste Hinweise auf eine Mobbingerfahrung sein. Etwa ein Drittel der betroffenen Kinder spricht nicht über die Erfahrungen. Oft wird sehr geschickt gemobbt, sodass Lehrkräfte von den Problemen nichts mitbekommen. Einer skandinavischen Untersuchung zufolge berichten fast 60 Prozent der Kinder mit Mobbingerfahrung, dass die Klassenleitung nicht mit ihnen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse gesprochen hat.

Kinder, die gemobbt werden, schämen sich oftmals, sind ängstlicher, einsamer und unsicherer im Verhalten. Wenn ein Kind nicht mehr zur Schule gehen will, morgens über Bauchschmerzen klagt oder plötzlich einen anderen Schulweg wählt, können dies Anzeichen dafür sein, dass es tyrannisiert wird. Aber auch beschädigte oder verschwundene Schulsachen oder gar blaue Flecken am Körper des Kindes sind Warnsignale.

Richtig reagieren

Bei einem Verdacht auf Mobbing sollten Eltern ihr Kind ansprechen und es ermutigen, von der Situation und seinen Gefühlen zu berichten. „Die emotionale Unterstützung in der Familie und eine positive Rückmeldung über die Stärken des Kindes von den Eltern sind wesentliche Aspekte, damit das Kind mehr Selbstvertrauen gewinnt, um sich gegenüber den Gleichaltrigen durchzusetzen“, sagt Prof. Gerd Schulte‐Körne.

Der Kontakt zur Schule ist unbedingt notwendig, damit sie Hilfe und Unterstützung leisten kann. Hat ein Kind psychische Symptome entwickelt oder zeigt Ängstlichkeit und Rückzugsverhalten, sollte ein Kinder- und Jugendpsychiater zu Rate gezogen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 29.02.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: Kinderpsychiater im Netz, Pressemeldung: Mobbing kann schwere psychische Störungen nach sich ziehen
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