Depression im Alter

Depressionen gelten nicht als typische Erkrankung des Alters. Das Problem spiegelt sich in der Betreuung der Patienten wieder.

Niedergeschlagener älterer Mann auf Bank © Thinkstock
(Aachen – 21.02.2012) Die Betreuung und Versorgung von älteren Menschen mit Depressionen ist alles andere als optimal. Darauf weist Frank Schneider hin, Leiter der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Universitätsklinikum Aachen: „Es gibt eine ganz klare Versorgungslücke bei der Psychotherapie im Alter“.

Aufgrund des demografischen Wandels steigt der Bedarf an psychotherapeutischen Angeboten für ältere Menschen. Darauf ist Deutschland nach Meinung Schneiders aber nicht ausreichend vorbereitet. „Auch bei uns im Klinikum in Aachen wird das Durchschnittsalter der Patienten immer höher“, sagte der Experte weiter. Spezialisierte Psychotherapeuten für ältere Patienten mit Depressionen gäbe es dagegen viel zu wenige.

Unbekannte Wechselwirkungen

Laut Schneider muss die psychiatrische Behandlung im Alter auch stärker erforscht werden. Ein Problem sind beispielsweise die Wechselwirkungen von Antidepressiva mit anderen Medikamenten. „Viele ältere Menschen nehmen Medikamente wegen Problemen mit dem Herzen, dem Blutzucker, dem Kreislauf oder dem Blutdruck“, sagt Schneider. Es sei aber noch nicht genügend darüber bekannt, was geschehen könne, wenn gleichzeitig Antidepressiva eingenommen werden.

Gerade ältere Menschen haben ein hohes Risiko depressiv zu werden. Häufig hängen Depressionen mit sozialer Isolation, körperlichen Gebrechen aber auch mit Mangelernährung zusammen. Eine große Rolle kann auch der Verlust des Lebenspartners spielen.
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