Viel zu perfekt?

Alles genau und besonders gut machen – bis ins letzte Detail. Perfektionisten haben einen hohen Anspruch an sich, der hinderlich sein kann.

Ordentlich aufgereihte Schuhe © Thinkstock
(München – 17.02.2012) Ständig nach dem perfekten Ergebnis zu streben, kann auf Dauer ganz schön anstrengend sein. „Manche Menschen leiden darunter, dass ihr Perfektionismus sie ausbremst, da sie mit ihren Aufgaben nicht fertig werden“, sagt Diplom-Psychologin Karin Joder aus Kiel. Probleme bereitet es auch, wenn man ständig unzufrieden mit sich und anderen ist, weil die eigenen Ansprüche nicht erreicht werden.

„Grundsätzlich sollte man sich bewusst machen, dass Perfektionismus eine positive Eigenschaft ist“, sagt Joder. Perfektionisten haben meist eine hohe Wahrnehmungsfähigkeit und registrieren daher bei der Arbeit auch winzige Punkte, an denen sich noch etwas verbessern lässt. „Dieses Talent hat nicht jeder“, betont die Psychologin. In vielen Berufen sei Perfektionismus sogar eine besonders wichtige Kompetenz.

Die 80:20-Regel

Menschen mit einem Hang zum Perfektionismus sollten sich allerdings klar machen, dass ihr eigener Anspruch deutlich höher ist als der Anspruch vieler anderer. „Wenn man selbst glaubt, man hat 80 Prozent erreicht, würden das andere vielleicht schon als 120 Prozent bewerten“, gibt Karin Joder zu bedenken.

Nach Meinung der Psychologin ist es eine wichtige Erkenntnis, dass man meist verhältnismäßig viel Aufwand betreiben muss, um eine fast perfekte Sache noch ein bisschen besser zu machen. „Dabei gilt vielfach die 80:20-Regel: Um 80 Prozent einer Aufgabe zu schaffen, muss man meist 20 Prozent Leistung erbringen. Die übrigen 80 Prozent wendet man dafür auf, am Ergebnis zu feilen", sagt Karin Joder.

Genau abwägen

Es geht also darum, ein Gefühl dafür zu entwickeln, wann etwas gut genug ist. Daher sollten sich Perfektionisten ganz bewusst überlegen, wo die Perfektion wichtig ist und wo man auch mal auf sie verzichten kann.

„An einer Stelle, die keinen Perfektionismus erfordert, kann man auch mal etwas abliefern, das noch nicht hundertprozentig fertig ist – und dieses Gefühl aushalten“, sagt die Psychologin. Dadurch werde man gelassener und störe sich mit der Zeit immer weniger an kleinen Makeln. Eine Aufforderung zur Schlamperei ist das natürlich nicht.
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