Die virtuelle Sucht

Viele Eltern sind besorgt, wenn ihr Kind ständig vor dem Computer sitzt. Welche Anzeichen weisen auf eine Computer- oder Internetsucht hin?

(München – 15.11.2011) Die Übergänge zwischen normalem Mediengebrauch und krankhaftem Nutzungsverhalten von Computer und Internet sind bei Jugendlichen fließend. Es gibt jedoch verschiedene Anzeichen, die auf eine ungesunde Entwicklung hinweisen, etwa wenn sich Jugendliche immer seltener mit Gleichaltrigen außerhalb der Schulzeit treffen.

„Wird die Mediennutzung anderen Aktivitäten vorgezogen, lässt das Interesse an realen Beziehungen deutlich nach oder kommt es zu einem Abfall schulischer Leistungen, sind das Hinweise für einen ungesunden Mediengebrauch“, erklärt Dr. Ingo Spitczok von Brisinski vom Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie (BKJPP) in Köln. Hinweis für eine problematische Entwicklung ist auch, wenn sich der Tag-Nacht-Rhythmus der Jugendlichen verschiebt, weil sie noch spät abends vor dem Computer sitzen.

Typische Symptome für Computer- oder Internetsucht

Computer- oder Internetsucht bringen ähnliche Symptome mit sich, wie andere Abhängigkeiten und Süchte. Typische Begleiterscheinungen sind beispielsweise Gereiztheit, Unruhe und Schlafstörungen, wenn die Betroffenen Computer und Internet nicht in gewohntem Maße nutzen können. „Es kann auch […] eine fortschreitende Vernachlässigung anderer Lebensbereiche eintreten“, ergänzt Kinder- und Jugendpsychiater Spitczok von Brisinski . Wird das problematische Verhalten beibehalten, obwohl den Jugendlichen die negativen Konsequenzen bekannt sind, deutet dies ebenfalls auf eine psychische Abhängigkeit hin.

In Deutschland liegt die durchschnittliche Internet-Nutzungsdauer von 14 bis 19-Jährigen bei zwei Stunden pro Tag. Verbringen Jugendliche über Wochen hinweg erheblich längere Zeiten im Netz, ist das Risiko für krankhaften Mediengebrauch erhöht. Vermuten Eltern einen ungesunden Gebrauch von Computer und Internet bei ihrem Kind, sollten sie sich mit dem Hausarzt in Verbindung setzen. Im Zweifelsfall empfiehlt dieser einen Kinder- und Jugendpsychiater aufzusuchen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 15.11.2011
  • Autor/in: vitanet.de
  • Quellen: Sean Monks - Ärzte im Netz GmbH; Computersucht: Wenig Sozialkontakte und viel Beschäftigung mit der virtuellen Welt sind Warnzeichen
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