Hoffnung für HIV-Infizierte

Deutsche Wissenschaftler haben eine Methode entwickelt, mit deren Hilfe sich das HI-Virus aus dem Erbgut entfernen lässt.

Forscher schaut durch Mikroskop © Thinkstock
(Hamburg/Dresden – 24.02.2016) Mit 37 Millionen HIV-positiven Menschen und über zwei Millionen jährlichen Neuinfektionen stellt HIV weiterhin eine große Herausforderung für die Weltgesundheit dar. Trotz enormer Fortschritte sind die derzeitigen HIV-Behandlungsmethoden nicht dazu in der Lage, die Infektion vollständig zu heilen: Zwar kann die Vermehrung des HI-Virus effektiv unterdrückt werden. Das in das Erbgut der Zellen integrierte HIV-Erbgut – das sogenannte Provirus – bleibt jedoch erhalten.

Gen-Schere entwickelt

Ein Team von Wissenschaftlern der Abteilung „Antivirale Strategien“ des Heinrich-Pette-Instituts sowie der medizinischen Fakultät der Technischen Universität Dresden konnte nun ein Enzym (Rekombinase Brec1) entwickeln, das die Erbgut-Sequenz des HI-Virus erkennen und herausschneiden kann. Laut der Forscher erkennt Brec1 90 Prozent aller bekannten HIV-Varianten. Damit eignet sich die Recombinase als vielversprechender Kandidat für eine mögliche Anwendung in zukünftigen HIV-Heilungsansätzen.

Die Forscher testeten die Gen-Schere sowohl an sogenannten CD4-Zellen, die ihnen von HIV-Infizierten zur Verfügung gestellt wurden, als auch an Mäusen, die sie mit infizierten menschlichen Zellen versehen hatten. Nach eigenen Angaben der Wissenschaftler zeigten sich dabei keine zellschädigenden Nebeneffekte.

Klinische Studien sollen folgen

„Nur eine komplette Entfernung des HIV-Provirus aus dem Erbgut der Patienten kann zu einer vollständigen Heilung der Infektion führen. Unsere Entwicklung der Brec1-Rekombinase ist dazu in der Lage, fast alle bisher bekannten klinisch relevanten HI-Viren ohne erkennbare Nebeneffekte wieder aus infizierten menschlichen Zellen zu entfernen. Die erzielten Ergebnisse stellen die Grundlage für erste klinische Studien zur Heilung von HIV-Patienten dar, die in absehbarer Zeit in Hamburg durchgeführt werden sollen“, erklärt Prof. Joachim Hauber vom Heinrich-Pette-Institut.

Ob sich der Therapieansatz auch beim Menschen bewährt, müssen die geplanten klinischen Studien nun zeigen. Hier ist jedoch Geduld gefragt: Bis dies geklärt ist, vergehen voraussichtlich noch Jahre.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.02.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Heinrich-Pette-Instituts: Rekombinase Brec1 richtungsweisend für zukünftige HIV-Therapie
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