Im Team stark gegen Viren

Forscher haben herausgefunden, dass Immunzellen – anders als bisher vermutet – eng zusammenarbeiten müssen, um Erreger abtöten zu können.

Mann schaut durch Mikroskop © Thinkstock
(Hannover – 11.02.2016) Zellen des Immunsystems müssen eng zusammenarbeiten, um unseren Körper vor Krankheitserregern zu schützen. Verschiedene Arten von Immunzellen stehen dabei Bakterien und Viren „Auge in Auge“ gegenüber. Und wohl niemand erledigt seinen Job so präzise und elegant wie die zytotoxischen T-Lymphozyten (Killer-T-Zellen), die virusinfizierte Körperzellen erkennen und gezielt abtöten. Neue Impfstoffe und Zelltherapeutika könnten genau diesen Mechanismus nutzen – aber noch ist vieles über die Arbeitsweise dieses „James Bond des Immunsystems“ unbekannt.

Teams von drei oder mehr Killer-T-Zellen

Mithilfe der sogenannten 2-Photonen-Mikroskopie gelang es einem Team aus Forschern des Instituts für Immunologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) und des MHH-Instituts für Virologie, erstmals individuelle Killer-T-Zellen bei ihrer Arbeit in virusinfizierten Geweben im Zeitraffer zu filmen. Bisher ging man allgemein von der Annahme aus, dass Killer-T-Zellen im Körper schnell hintereinander immer neue Zielzellen erkennen und alleine töten könnten. In mehreren unterschiedlichen Infektionsmodellen haben die Wissenschaftler nun jedoch gesehen, dass Killer-T-Zellen nur effektiv sind, wenn sie als Team von drei oder mehr Killer-T-Zellen gleichzeitig oder in sehr kurzem zeitlichem Abstand dieselbe infizierte Zelle attackieren.  

„Offensichtlich unterscheiden sich einzelne Killer-T-Zellen deutlich in ihrer Wirksamkeit, und nur durch einen synchronisierten Angriff wird die Zielzelle stark genug geschädigt“, sagt Prof. Förster vom MHH. „Wir haben auch gesehen, dass Killer-T-Zellen in der Regel keine stabilen Interaktionen mit ihren Zielzellen eingehen, sondern sehr dynamisch und ständig in Bewegung sind. Dadurch können auch immer wieder neue Killer-T-Zellen eine bestimmte Zielzelle erreichen“, erklärt Dr. Halle, ebenfalls vom MHH.

Erkenntnis möglicherweise für Impfstrategien nutzbar

Diese Ergebnisse werfen ein grundsätzlich neues Licht darauf, wie Killer-T-Zellen ihre Ziele im Organismus zerstören. Impfstrategien sollten somit zukünftig daraufhin optimiert werden, eine ausreichende Anzahl dieser hochbeweglichen und kooperativ angreifenden Killer-T-Zellen zu generieren.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.02.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Medizinischen Hochschule Hannover: „Killer-T-Zellen“ sind nur im Team gegen Viren stark
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