Glatze und Prostatakrebs

Eine Studie zeigt: Männer, die jung eine Glatze bekommen, haben – entgegen früherer Vermutungen – kein erhöhtes Prostatakrebsrisiko.

Mann mit Glatze © Thinkstock
(Wiesbaden – 26.03.2015) Männer, die frühzeitig ihr Kopfhaar verlieren, haben kein höheres Risiko, an Prostatakrebs zu erkranken, als Männer mit vollem Haar. Darauf macht der Berufsverband Deutscher Internisten (BDI) aufmerksam. Er beruft sich dabei auf aktuelle Studienergebnisse aus den USA. „Für vorzeitigen Haarverlust bei Männern sind hohe Werte des männlichen Geschlechtshormons Dihydrotestosteron (DHT) verantwortlich. Andererseits sollen hohe DHT‐Werte auch das Risiko für Prostatakrebs erhöhen. Deshalb wurde in der Vergangenheit oft angenommen, dass Männer mit Glatze ein größeres Risiko für Prostatakrebs hätten“, erklärt Dr. Wolfgang Wesiack vom BDI. „Dies ist aber nicht der Fall, wie die Analyse einer Kohortenstudie mit über 32.500 Männern jetzt gezeigt hat.“

Rauchen, Alkohol und genetische Belastung fördern Prostatakrebs

Die Studienteilnehmer waren zu Beginn der Studie zwischen 50 und 76 Jahre alt, und wurden rückblickend nach ihrem jeweiligen Haarstatus – weitgehend volles Haar, nur stirnseitig fortschreitender Haarverlust oder sowohl stirnseitig als auch vom Scheitel kreisrund fortschreitender Haarausfall – im Alter von 30, 45 und 50 Jahren befragt. Haarverlust mit 30 Jahren gaben 20 Prozent an, mit 45 Jahren 46 Prozent und mit 50 Jahren 61 Prozent. Insgesamt erkrankten rund sieben Prozent der Männer im neunjährigen Studienverlauf an Prostatakrebs, wobei sie zum Zeitpunkt der Diagnose im Durchschnitt 69 Jahre alt waren.  

„Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Prostatakrebs wurde bei Männern mit Glatzenbildung nicht häufiger beobachtet als bei Männern mit voller Haarpracht – und zwar auch nicht in Abhängigkeit vom jeweiligen Alter, in dem der Haarausfall bei ihnen eingesetzt hatte. Demgegenüber haben sich bereits bekannte Risikofaktoren für Prostatakrebs wie eine genetische Vorbelastung, Rauchen und übermäßiger Alkoholkonsum auch in dieser Studie bestätigt“, betont Dr. Wesiack.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.03.2015
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung des Berufsverbands Deutscher Internisten (www.internisten-im-netz.de): Glatzenbildung erhöht nicht das Risiko für Prostatakrebs
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