Alzheimer-Risiko ist messbar

Forscher haben herausgefunden: Mit einem Hirnscan lässt sich das Alzheimer-Risiko eines Menschen frühzeitig erkennen. Das bietet Chancen.

alte Hände mit Stock © Thinkstock
(München – 04.01.2012) Schon bevor Alzheimer-Symptome messbar sind, kann ein Scan des Gehirns verraten, wie erkrankungsgefährdet ein Mensch ist. Sind bestimmte Bereiche der Hirnrinde dünner als beim Durchschnitt der Bevölkerung, deutet dies auf ein erhöhtes Risiko für eine bald einsetzende Alzheimer-Erkrankung hin. Das berichten US-amerikanische Forscher im Fachmagazin „Neurology“.

Bei einer Alzheimer-Demenz sterben nach und nach immer mehr Zellen des Gehirns ab. Die Hirnbereiche, die für das Kurzzeitgedächtnis zuständig sind, und die Areale, in denen neue Informationen mit bereits Bekanntem verknüpft werden, sind meist besonders früh betroffen. Ihr Abbau beginnt oft bereits, bevor die Betroffenen erste Symptome bemerken.

Für ihre Studie haben Bradford Dickerson vom Massachusetts General Hospital in Boston und seine Kollegen die Dicke dieser Gehirnareale bei 159 Freiwilligen mittels Magnetresonanztomografie (MRT) vermessen. Das Durchschnittsalter der Versuchspersonen lag bei 79 Jahren. Alle waren zu diesem Zeitpunkt gesund und ohne Anzeichen für eine Demenz.

Ergebnisse bestätigen Zusammenhang

Bei 19 Probanden sei die Hirnrinde in den gemessenen Bereichen deutlich dünner gewesen als im Durchschnitt, berichten die Wissenschaftler. Von diesen Personen habe knapp ein Viertel in den folgenden drei Jahren erste Alzheimer-Symptome entwickelt. Bei den Teilnehmern mit normal dicker Hirnrinde seien es dagegen nur sieben Prozent gewesen, bei Probanden mit dickerer Hirnrinde als normal sei keiner erkrankt.

„Die Fähigkeit, Menschen mit einem höheren Risiko für geistigen Abbau bereits dann zu identifizieren, wenn sie noch keinerlei Gedächtnisprobleme oder andere Symptome zeigen, ist ein wichtiger Schritt hin zu neuen Möglichkeiten der Früherkennung von Alzheimer“, kommentiert Susan Resnick vom US-amerikanischen National Institute on Aging in Baltimore die Ergebnisse. Denn gerade bei der Alzheimer-Demenz sei eine frühe Diagnose wichtig, um das Fortschreiten der Krankheit bremsen zu können.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.01.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cw
  • Quellen: dapd
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