Ursachen Multipler Sklerose

Wodurch Multiple Sklerose entsteht, ist bis heute weitestgehend unklar. Wissenschaftler haben verschiedene Gene entdeckt, die bei der Erkrankung eine Rolle spielen.

Forscher beim Pipettieren © Shutterstock
(München – 25.08.2011) In einer groß angelegten, internationalen Studie haben Forscher verschiedene Gene entdeckt, die für den Ausbruch von Multipler Sklerose (MS) verantwortlich sind. Im Rahmen der Untersuchungen wurde das Erbgut von über 1.000 MS-Erkrankten analysiert. Nach jahrelanger Forschungsarbeit veröffentlichte das Team, bestehend aus mehr als 250 Forschern aus 15 Ländern, die Untersuchungsergebnisse nun in der renommierten Fachzeitschrift Nature.

Die Wissenschaftler konnten insgesamt 57 Gene nachweisen, die bei der Entstehung der verheerenden Erkrankung des zentralen Nervensystems eine maßgebliche Rolle spielen. Die Entdeckungen legen nahe, dass genetisch bedingte Unterschiede in der Immunfunktion die Krankheit auslösen können.

Dabei scheint den sogenannten T-Zellen eine Schlüsselrolle zuzukommen. Die Aufgabe der T-Zellen ist es, körperfremde Antigene zu erkennen und eine entsprechende Reaktion des Immunsystems auszulösen. Bestimmte genetische Varianten dieser Zellen scheinen dafür verantwortlich zu sein, dass die körpereigene Immunabwehr Entzündungen an Nervenzellen hervorruft. Nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler handelt es sich bei Multipler Sklerose somit in erster Linie um eine Erkrankung es Immunsystems.

Auch Vitamin-D-Mangel spielt eine Rolle

Doch die Entstehung der Krankheit ist komplex: Frühere Studien haben neben dem „immunologischen Faktor“ bereits einen Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und einem erhöhten MS-Risiko festgestellt. Im Rahmen der jetzt vorgelegten Arbeit wurde eine weitere Genvariante entdeckt, die diese Vermutung bekräftigt.

Professor Graeme Stewart von der University of Sydney hofft, dass die Erkenntnisse Betroffenen nutzen: „Die Entdeckung zahlreicher neuer Gene und Genorte hat uns beim Verstehen von MS ein großes Stück weitergebracht. Am wichtigsten für MS-Patienten ist natürlich, dass die Entdeckung der Gene auch die immunologische Behandlung, die derzeit klinisch getestet wird, verbessert und neue therapeutische Möglichkeiten aufzeigt.“

Bis MS-Kranke von den Erkenntnissen der Wissenschaftler profitieren dürften jedoch noch Jahre vergehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.08.2011
  • Autor/in: vitanet.de-cg
  • Quellen: idw
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