Sport in der Stadt. Ist das gesund?

Sport ist gesund. Doch auch in der Stadt? Feinstaub, Stickoxide und Ozon – die Luftqualität in Deutschlands Städten ist schlecht, Grenzwerte werden regelmäßig überschritten. Welche gesundheitlichen Risiken daraus entstehen können und ob Sie auf Sport in der Stadt besser verzichten sollten.

Glückliches Paar beim Joggen © iStock
(Bad Lippspringe – 19.09.2018) Die Luftqualität sinkt durch: Straßenverkehr, Industrie, Landwirtschaft und Kleinfeuerungsanlagen. In den Städten tragen vor allem der Autoverkehr, insbesondere Dieselmotoren, zur Belastung der Luft mit Stickoxiden bei.

Verkehrsemissionen: Wie sehr schaden sie der Gesundheit?

Die schädlichen Wirkungen von Feinstaub, Stickoxiden und Ozon sind ausreichend belegt. Der spezielle Zusammenhang mit den Verkehrsemissionen kann jedoch nur abgeleitet werden. Der Grund: Die eingeatmete Luft ist ein Gemisch von Schadstoffen, die aus unterschiedlichen Quellen stammen. Erwiesen ist, dass Personen, die an verkehrsreichen Straßen wohnen, ein höheres Erkrankungsrisiko haben und Kraftfahrzeugabgase Schadstoffe enthalten. Das gilt lediglich als Indizienbeweis.

Asthma, COPD, Lungenkrebs: Schadstoffexposition erhöht Krankheitsrisiko

Das ESCAPE-Projekt (European Study of Cohorts) untersucht derzeit die Langzeitwirkung von Luftschadstoffen in Europa. Dabei wird die individuelle Schadstoffexposition – also wie sehr eine Person Schadstoffen ausgesetzt ist – errechnet, um so einen Zusammenhang zwischen Exposition und Risiko herzustellen.

Erste Daten der Studie wurden bereits analysiert: Feinstaub der Partikelgröße von zehn Mikrometern erhöhte das Risiko für Lungenkrebs signifikant. Der Zusammenhang zwischen Schadstoffexposition und COPD wurde tendenziell gezeigt. Niedrige Werte der Lungenfunktion ließen sich auf Exposition mit Feinstaub der Partikelgröße von zehn Mikrometern und Stickstoff zurückführen. Für Kinder erhöhte sich das Risiko für Asthma, wenn auch nicht signifikant. Außerdem begünstigten Luftschadstoffe das Auftreten von Lungenentzündung, ein Einfluss auf Pseudokrupp wurde nicht beobachtet.

Joggen in der Stadt? Ja! Positive Effekte überwiegen

Sollte man angesichts der hohen Luftbelastung also besser auf Sport – wie Joggen – in der Stadt verzichten? Nein – laut Datenlage: Eine Studie aus England zeigte, dass die Lungenfunktion beim Laufen in hoch belasteten Gegenden schlechter wurde. Dennoch haben diese Studie und weitere Studien gezeigt, dass die positiven Effekte der körperlichen Aktivität – im Vergleich mit den Nachteilen, die mit einer höheren Luftschadstoffexposition verbunden sind –, überwiegen. Fazit: Auch wenn die Luft durch den Straßenverkehr verschmutzt ist, ist es trotzdem gesünder Sport zu treiben. Am gesündesten aber ist: Sport in unbelasteten Gebieten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.09.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Atemwegsliga e.V. vom 30.08.2018: Joggen in der Stadt. Ist das gesund?