Ist Sport wirklich Mord?

Rund um das Thema Sport kursieren viele Mythen und Missverständnisse. Doch was davon stimmt und was ist falsch? Die neun größten „sportlichen Vorurteile“.

Älteres Paar beim Joggen © iStock
Regensburg (30.04.2018) – Werden Fitness-Muffel darauf angesprochen, warum sie keinen Sport treiben, haben sie meist zahlreiche Ausreden parat. Und auch generell kursieren viele Vorurteile und Halbwahrheiten über Fitness und Co. Das ist dran an den größten Sportmythen.

Mythos 1. Ich bin zu alt, um mit Sport anzufangen

Im Gegenteil. Sport ist immer noch das beste Mittel, um im Alter fit zu bleiben. Wichtig dabei: Lassen Sie sich von Ihrem Arzt durchchecken, bevor Sie mit dem Training beginnen und besprechen Sie, welche Sportart Sie machen wollen. Ausdauertraining wie Radfahren, Nordic Walking, Joggen oder mäßig dosiertes Krafttraining ist für ältere Menschen gut geeignet. Sie reduzieren den altersbedingten Abbau der Muskelkraft und die Zunahme des Fettgewebes.

Mythos 2. Joggen bringt mehr als Walking

Stimmt nicht. Joggen verbraucht zwar mehr Kalorien, aber der gesundheitliche Vorteil ist beim Walking größer, das ergaben Studien. Im Schnitt verloren Walker im Vergleich zu Joggern sogar mehr Gewicht, ihre Cholesterinwerte sanken stärker. Auch belastet Joggen die Gelenke mehr. Um die Leistungsfähigkeit des Herzens zu steigern, ist Walken besser geeignet als Laufen.

Mythos 3. Sport macht unnötig müde

Das ist so nicht richtig. Ausdauersport verbessert die Konzentrationsfähigkeit und erhöht die Denkleistung. Sportler bleiben länger wach, schlafen aber besser. Im Alter nimmt die Leistungsfähigkeit bei Sportlern und Sportlerinnen umso langsamer ab, je aktiver die Personen sind.

Mythos 4. Wer nach dem Sport keinen Muskelkater hat, macht etwas falsch

Muskelkater muss nicht sein. Er ist kein Anzeichen von wirksamem Training, sondern von Mikroverletzungen der Muskelfasern. Schmerzen zeigen, dass man seinen Muskeln zu viel zugemutet hat.

Mythos 5. Krafttraining ist nur etwas für Bodybuilder

Das ist falsch. Laut Sportwissenschaftlern ist eine Kombination aus Ausdauersport und Krafttraining ideal. Krafttraining verbraucht ebenso viele Kalorien wie Radfahren, Schwimmen oder Tennis. Außerdem beugt es Diabetes mellitus und der altersbedingten Abnahme der Muskelmasse vor.

Mythos 6. Wer sich anstrengt, muss auch tüchtig essen

Stimmt – aber das Richtige! Ein Steak vor dem Zehn-Kilometer-Lauf macht schwere Beine. Wichtig ist es, die Glykogenspeicher in Muskeln und Leber nach ein bis zwei Stunden Sport mit Kohlenhydraten aufzufüllen. Am besten mit „Mehrfachzuckern" aus Bananen, Brot oder Kartoffeln. Einfachzucker aus Süßigkeiten führt zu einer plötzlichen starken Insulinausschüttung und Leistungsabfall.

Mythos 7. Sportler brauchen Energydrinks

Auch hier gilt: Der richtige muss es sein. Bei körperlicher Anstrengung sollten ein halber bis ein Liter Flüssigkeit pro Sportstunde zugeführt werden. Aber kein Alkohol, keine koffeinhaltigen Getränke. Am besten sind Mineralwasser oder Apfelschorle. So genannte Energydrinks enthalten meist zu viel Zucker. Auf Zusätze wie Taurin, Aminosäuren oder Sauerstoff können Sie verzichten, wenn Sie sich ansonsten ausgewogen ernähren. Zusätze wie Sauerstoff haben im Magen keinerlei Funktion.

Mythos 8. Am besten jeden Tag trainieren.

Das gilt höchstens für Wettkampfathleten. Freizeitsportler, insbesondere Anfänger, sollten sich Erholungspausen gönnen. Hier gilt: Alle zwei bis drei Tage Sport ist ausreichend. Sporteinsteiger sollten jeweils etwa 30 Minuten langsam trainieren. Für den Anfang optimal ist ein Trainingspuls von 100 bis 120.

Mythos 9. Sport macht Hunger, aber nicht schlank

Das ist so nicht richtig. Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass vor allem übergewichtige Menschen, die sich körperlich intensiv belasten, hinterher weniger Appetit haben als sonst. Wer Gewicht verlieren möchte, sollte in sein Ausdauerprogramm kurze Spurts oder Leistungsspitzen einbauen. Amerikanische Sportmediziner fanden heraus, dass Sportler bei solchem Training sehr viel mehr Übergewicht abbauten wie normal trainierende Sportler.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.04.2018
  • Autor/in: vitanet.de; Anja Dolski
  • Quellen: Sport ist Mord. Sportliche Vorurteile und was wirklich dahinter steckt. Pressemitteilung von obx-medizindirekt