Sicher mit dem Rad unterwegs

Jetzt beginnt wieder die Fahrradsaison – und damit auch die Zeit der Radunfälle. Wie Sie für mehr Sicherheit beim Radfahren sorgen können.

Frau fährt Fahrrad © Thinkstock
(Berlin – 01.04.2014) Fahrradfahrer sind besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer. Trotzdem möchten viele aus optischen Gründen keinen Helm beim Fahrradfahren aufsetzen – doch im Ernstfall kann er Leben retten. Zum Start in die Fahrradsaison empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) Fahrradfahrern deshalb, einen Schutzhelm zu tragen. Diese Empfehlung gilt über alle Altersgruppen hinweg und schließt neben dem Fahrrad auch die zulassungsfreien Fahrräder mit Hilfsmotor – sogenannte Pedelecs oder E-Bikes – ein. Ein Helm kann dazu beitragen, den Radfahrer im Falle eines Sturzes vor einer schweren Kopfverletzung zu schützen.

Besonders gefährdet: Kinder und Senioren

„Kinder sind durch ihre mangelnde Erfahrung im Straßenverkehr und die noch unzureichende Feinmotorik die schwächsten Verkehrsteilnehmer. Sie sind somit besonders unfallgefährdet. Das Tragen eines Helms sollte daher vor allem bei Kindern zum Standard gehören“, sagt Professor Reinhard Hoffmann von der DGU. Stark gefährdet sind aber auch Senioren. Etwa 50 Prozent der Radfahrer, die im Straßenverkehr tödlich verunglücken, sind älter als 65 Jahre. Insbesondere bei dieser Altersgruppe werden die motorenunterstützten Zweiräder immer beliebter.  

Auch für Radfahrer, die auf Sporträdern wie Rennrädern bewusst höhere Geschwindigkeiten erreichen oder mit Mountainbikes im Gelände unterwegs sind, betonen die Unfallchirurgen ihre Empfehlung zum Helmtragen: „Dort, wo höhere Geschwindigkeiten im Spiel sind, steigt auch das Unfall- beziehungsweise Verletzungsrisiko. Eine größere Risikobereitschaft sollte mit einer höheren Helmtragebereitschaft einhergehen“, so der Experte.

Tipps für den Kauf und die Handhabung eines Helms

Die Art der Herstellung und das Alter des Helms sind für die Schutzfunktion von großer Bedeutung. Damit ein Fahrradhelm auch den nötigen Schutz bieten kann, geben die Unfallchirurgen folgende Tipps:  

Tipp 1: Der Fahrradhelm muss den nötigen Normen nach DIN EN 1078 entsprechen.
Tipp 2: Die Größe des Helms muss der Kopfgröße entsprechen, der Helm muss gut passen.
Tipp 3: Der Helm muss korrekt getragen werden.
Tipp 4: Ein Helm sollte nach jedem Aufprall und generell nach fünf Jahren ausgewechselt werden.
Tipp 5: Der Helm sollte nur zum Radfahren getragen werden. Keinesfalls sollten Kinder ihn beim Spielen aufbehalten.  

Doch ein Fahrradhelm allein macht das Radfahren noch nicht sicher. Auto- und Fahrradfahrer sollten sich immer nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“ im Straßenverkehr bewegen. „Leider fahren immer mehr Radfahrer ohne ausreichende Beleuchtung – praktisch im Dunkeln. Sie sehen nichts und werden nicht gesehen – das ist brandgefährlich“, so Hoffmann. Autofahrer sollten zudem rücksichtsvoll sein und beim Überholen ausreichenden Abstand halten.

Zum Start der Fahrradsaison: Fahrradcheck

Für einen sicheren Start in die Fahrradsaison darf außerdem ein Fahrradcheck nicht fehlen, bei dem Fahr- und Verkehrssicherheit überprüft werden. Dazu gehört zum Beispiel:  

  •        Reifen, Speichen, Bremsen und Fahrradkette auf Schäden kontrollieren und gegebenenfalls instand setzen
  •        Ausreichende Beleuchtung sicherstellen – dazu gehören neben dem Vorder- und Rücklicht auch Speichenrückstrahler und Rückstrahler an den Pedalen
  •        Reflektorkleidung beziehungsweise -westen zum Radfahren bereithalten
  •        Sitzhöhe und Sattelposition einstellen
  •        Für den richtigen Reifendruck sorgen
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.04.2014
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie