Laufen in der Kälte

Viele wollen die Weihnachtspfunde jetzt mit Joggen wieder abtrainieren. Aber ist ein Dauerlauf in kalter Winterluft eigentlich gesund?

(Köln – 28.12.2011) Wer schon einmal bei Temperaturen unter null Grad gejoggt ist, kennt den ziehenden Schmerz in der Lunge beim Einatmen. Das ist unangenehm und kann sogar gesundheitliche Folgen haben. Aber Minusgrade sind kein genereller Grund, auf das Training an der frischen Winterluft zu verzichten.

„Bei Temperaturen von null bis minus fünf Grad ist das Training draußen gar kein Problem“, erklärt Prof. Ingo Froböse vom Institut für Bewegungstherapie und bewegungsorientierte Prävention und Rehabilitation an der Deutschen Sporthochschule in Köln. Die Atemwege sind lang genug, um die eingeatmete Luft für die empfindlichen Lungenbläschen ausreichend zu erwärmen.

Auf die Temperatur kommt es an

Sinkt die Temperatur jedoch unter minus fünf Grad, sollte man nicht mehr ohne Mundschutz oder Schal vor dem Mund trainieren. Wichtig auch: deutlich langsamer laufen. „Je geringer das Tempo, umso flacher ist die Atmung und desto weniger kühlt die Lunge aus“, sagt Froböse. Das hilft auch gegen das unangenehm stechende Gefühl beim Einatmen.

„Bei unter minus zehn Grad würde ich eher vom Training an der frischen Luft abraten", erklärt Froböse. Wer bei diesen Temperaturen zu schnell läuft und sich überfordert, kann seine Lungenbläschen schädigen und so asthmatischen Husten riskieren. Jogger, die auf keinen Fall auf ihre Trainingsrunde verzichten wollen, sollten es aber unbedingt sehr ruhig und langsam angehen.