Vorsicht vor Höhenkrankheit

Atemberaubende Aussichten, endlose Weite: Die Berge locken mit ihrer Schönheit. Doch schon ab 2.500 Metern kann es zur Höhenkrankheit kommen.

Berge © Thinkstock
(Wiesbaden – 13.04.2012) Bergsteigen liegt im Trend. Immer mehr Menschen schlüpfen in die Wanderstiefel, um auf dem Weg zwischen Tal und Gipfel Alltagsstress und Sorgen hinter sich zu lassen. „Doch jeder Aktivurlauber sollte sich vor einer Tour ins Hochgebirge vom Arzt untersuchen und beraten lassen“, sagt Ulrich Fölsch von der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) aus Wiesbaden.

Denn bereits ab einer Höhe von 2.500 Metern über Normalnull können sich die ersten Symptome der lebensgefährlichen Höhenkrankheit, wie Abgeschlagenheit, Kopfschmerzen, Erbrechen oder Schlafstörungen zeigen: „Mit zunehmender Höhe sinkt der Luftdruck und der Körper erhält weniger Sauerstoff“, erklärt der Experte. Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf- oder Lungenerkrankungen sollten Bergwanderungen über 2.000 Meter Höhe deshalb vermeiden.

Die Symptome werden häufig unterschätzt

Während Bergprofis um die Risiken wissen, neigen Wanderamateure leicht zu einer Fehleinschätzung der potenziellen Gefahren: „Die Symptome zeigen sich häufig erst nach drei Tagen auf dem Berg, zum Beispiel wenn man sehr zügig hochgewandert ist und mehr als 500 Höhenmeter am Tag gemacht hat“, sagt Fölsch. Bei diesem Wandertempo habe der Körper keine Zeit, sich auf die Umstellung der Sauerstoffzufuhr einzustellen. Wer Schmerzen im Kopf oder Schwindelgefühle bemerkt, sollte lieber wieder absteigen, statt weiter hinaufzugehen.

„Ab 2.500 Metern Höhe steigt die Gefahr drastisch, bei 4.000 Metern sind bereits zwei von drei Bergwanderern in unterschiedlichem Ausmaß von der Höhenkrankheit betroffen“, sagt Fölsch. Bei einer akuten Höhenkrankheit sammelt sich Wasser im Gewebe, sodass sich Ödeme in Gehirn und Lunge bilden können. Unbehandelt führt dies innerhalb weniger Tage zum Tod. „Todesfälle durch Höhenkrankheit sind nicht selten die Folge einer Fehleinschätzung der Symptome“, warnt der Internist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.04.2012
  • Autor/in: vitanet.de-cw
  • Quellen: dapd
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