Wenn der Muskel krampft
Muskelkrämpfe sind unangenehm und können bei gehäuftem Auftreten zu einer echten Belastung werden. Es gibt jedoch gute Möglichkeiten, vorzubeugen.
(München – 24.11.2011) Die meisten Freizeitsportler haben es schon einmal erlebt: Eben sind sie noch durch den Wald gejoggt, haben den Squash-Ball gejagt oder ihre Bahnen im Schwimmbad gezogen. Und plötzlich krampft der Wadenmuskel und nichts geht mehr. Ein solcher Muskelkrampf ist sehr schmerzhaft, lässt zum Glück aber nach einer Weile von allein wieder nach. Aus medizinischer Sicht ist ein Wadenkrampf in der Regel harmlos, für die Betroffenen kann er aber äußerst unangenehm sein. Grund genug, die Ursachen zu klären und so gut wie möglich vorzubeugen.
Was passiert bei einem Krampf?
„Eigentlich funktioniert es so: Der Muskel zieht sich zusammen, leistet seine Arbeit und lässt wieder locker“, erklärt Ingo Tusk, Orthopäde aus Frankfurt und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP). Bei einem Krampf lässt der Muskel nicht mehr locker. Grundsätzlich gibt es drei Arten des Muskelkrampfes: Plötzliche Krämpfe, die meistens nachts auftreten und im Alter häufiger vorkommen, Wadenkrämpfe, die auf Gefäß-, Nerven- oder Stoffwechselerkrankungen hinweisen können und Krämpfe, die durch Flüssigkeits- und Mineralstoffmangel verursacht werden.
Was begünstigt Krämpfe?
„Wir wissen bis heute noch immer nicht ganz genau, was die Krämpfe letztlich auslöst“, erklärt Tusk. Einige Risikofaktoren sind jedoch bekannt: Fehlstellungen wie Knick-, Senk- oder Spreiz-Füße oder X-Beine könnten ein auslösendes Moment für Wadenkrämpfe sein. „In bestimmten Situationen kann der Körper diese Fehlstellungen nicht mehr kompensieren und die Folge sind Schmerzen oder Krämpfe“, erklärt der Orthopäde. Ein weiterer Risikofaktor für Krämpfe ist Übergewicht. „Gerade der für Krämpfe anfällige Wadenmuskel wird durch zu viele Kilos auf der Waage arg belastet“, erklärt Tusk.
Muskelkrämpfe beim Sport werden in der Regel durch einen Versorgungsmangel mit Elektrolyten ausgelöst. “Wenn beispielsweise Sportler zu wenig oder das Falsche trinken, dehydrieren sie und bekommen in Folge des Elektrolyt-Mangels Krämpfe“, erklärt Orthopäde Tusk.
Muskelkrämpfe beim Sport werden in der Regel durch einen Versorgungsmangel mit Elektrolyten ausgelöst. “Wenn beispielsweise Sportler zu wenig oder das Falsche trinken, dehydrieren sie und bekommen in Folge des Elektrolyt-Mangels Krämpfe“, erklärt Orthopäde Tusk.
Mangel an Mineralien
In Sportlerkreisen fällt bei Krämpfen fast reflexartig das Stichwort Magnesiummangel. Und tatsächlich spielen Mineralien wie Magnesium aber auch Calcium und Kalium eine zentrale Rolle im Energiestoffwechsel und bei der Regeneration der Muskeln. Pro Liter Schweiß verliert der Körper zirka 50 Milligramm Mineralien. Beim Sport sollte daher auf Getränke mit einem hohen Elektrolyt-Gehalt zurückgegriffen werden. Mineralwasser sollte mindestens 80 Milligramm Magnesium pro Liter enthalten.
Mit der richtigen Ernährung vorbeugen
Muskelkrämpfen, die nicht Symptom einer Krankheit sind, kann auch mit entsprechender Ernährung entgegengewirkt werden. Dabei geht es besonders darum, genügend Nährstoffe aufzunehmen, die für den Stoffwechsel des Muskels wichtig sind. Kaliumreich sind vor allem Soja, Linsen, Kartoffeln, Bananen, getrocknete Aprikosen (nicht geschwefelt) und Mandeln. Als magnesiumreich gelten Hülsenfrüchte sowie nicht geröstete und ungesalzene Nüsse.
Chronischer Mangel an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D können auch für Wadenkrämpfe verantwortlich sein. Entsprechend kann auch eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist, helfen, Muskelkrämpfen vorzubeugen.
Chronischer Mangel an Omega-3-Fettsäuren und Vitamin D können auch für Wadenkrämpfe verantwortlich sein. Entsprechend kann auch eine Ernährung, die reich an Omega-3-Fettsäuren ist, helfen, Muskelkrämpfen vorzubeugen.
Was tun, wenn die Wade krampft?
Wenn es zu einem plötzlichen Wadenkrampf kommt, sollte man mit beiden Händen die Zehen umfassen und kraftvoll in Richtung Schienbein ziehen. Dadurch wird der krampfende Muskel entlastet und der stechende Schmerz lässt nach. Wenn der erste Schmerz nachlässt, sind eine warme Dusche oder eine Massage angenehm. Beides hilft, die verkrampften Muskeln weiter zu lockern.




