Apps verbessern das Ernährungsverhalten und die Gesundheit

Eine aktuelle Überblicksstudie bestätigt: Apps können das Ernährungsverhalten und die Gesundheit der Nutzer verbessern. Die Strategien der unterschiedlichen Anwendungen sind dabei immer ähnlich.

Foto von Fastfood auf einem Handy. © Universität Konstanz
(Konstanz – 18.12.2019) Weltweit sind rund zwei Milliarden Menschen übergewichtig oder adipös. Da Übergewicht sowohl mit körperlichen als auch psychischen Gesundheitsfolgen und enormen wirtschaftlichen Kosten verbunden ist, gilt es als eines der größten Gesundheitsprobleme unserer Zeit.

Psychologen der Universität Konstanz und des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung sind in einer Überblicksarbeit zum Ergebnis gekommen, dass mobile Interventionen mittels Smartphone-Apps hier gute Dienste leisten können. Ihre Überblicksarbeit, die die aktuell verfügbaren Einzelstudien im Bereich Ernährung einschließt, bescheinigt den untersuchten Apps insgesamt einen positiven Effekt auf das Ernährungsverhalten, Körpergewicht sowie auf verschiedene körperliche Gesundheitsindikatoren wie Cholesterinwerte. Die Studie wurde im Wissenschaftsjournal Obesity Reviews vorgestellt.

Die Vorteile von Ernährungs-Apps

Apps, die von Menschen genutzt werden, die ihr Ernährungsverhalten ändern möchten, arbeiten häufig mit Bildern und Informationen. Die User machen beispielsweise ein Foto von ihrem Essen oder protokollieren dieses mittels App. Diese gibt dann Rückmeldung, etwa über die Kalorien und Nährstoffe. Die Vorteile der App-basierten mobilen Interventionen sind zahlreich – einschließlich der Möglichkeit, im „realen Leben" und in „Echtzeit" einzugreifen sowie viele Personen direkt zu erreichen. Schließlich gibt es weltweit mehr als fünf Milliarden Smartphones. Gleichzeitig besitzen App-basierte Interventionen das Potenzial, durch Interaktivität auf individuelle, zielgruppenspezifische Bedürfnisse der User einzugehen.

Die Auswertung der Studien

Arbeitsgruppen der Universität Konstanz werteten 41 wissenschaftliche Interventionsstudien aus, die Ernährungs-Apps auf ihre Effektivität hin untersucht haben. Über die Einzelstudien wurden rund 6.300 Frauen und Männer in die Meta-Analyse eingeschlossen. Die Altersspanne reicht von 14 bis 68 Jahren mit einem Durchschnittsalter von 41 Jahren. „Es hat sich gezeigt, dass App-basierte mobile Interventionen effektiv sind, sowohl um Ernährungsverhalten zu verändern, wie auch um Gewicht zu reduzieren und ernährungsbezogene Gesundheitsparameter zu verbessern", sagen die Autoren der Studie.

Bei Kranken und Gesunden wirksam: die Strategien der Apps

Die Apps waren sowohl bei erkrankten wie auch bei gesunden Usern wirksam. Die Wissenschaftler haben sich auch die von den rund 30 verschiedenen Apps genutzten Strategien zur Verhaltensänderung ihrer User angeschaut. Obwohl das optische Erscheinungsbild der Apps durchaus unterschiedlich ist, nutzen diese im Wesentlichen nur vier verschiedene Strategien zur Verhaltensänderung: Ziele setzen, Feedback geben, soziale Unterstützung bereitstellen und Wissen vermitteln. Das gilt sowohl für die auf dem Markt verfügbaren kommerziellen als auch die im wissenschaftlichen Kontext entwickelten Apps, die sich in ihrer Wirksamkeit nicht systematisch unterscheiden.

Die Studie zeigt: Mobile Interventionen haben ein hohes Potential, aber gleichzeitig sind die Möglichkeiten der mobilen Technologie noch bei weitem nicht ausgeschöpft.

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Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.12.2019
  • Autor/in: vitanet.de; Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung der Universität Konstanz vom 09.12.2019: Studie an der Universität Konstanz bescheinigt Ernährungs-Interventionen mittels Smartphone-Apps eine positive Wirkung
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