Aluminium in Lebensmitteln

Viele Menschen meiden Aluminium in Ihrem Alltag. Das Bundesinstitut für Risikobewertung erklärt, welche Maßnahmen sinnvoll sind und welche nicht.

Aluminium in Lebensmitteln © iStock

Der Umgang der Verbraucher mit Aluminium

(Berlin – 13.04.2018) Aluminium kann sich aus der Verpackung lösen und auf Lebensmittel übergehen. Etwa die Hälfte aller Befragten hält das für gefährlich. Das ergab eine Studie vom Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zum Thema Aluminium in Lebensmitteln. 54 Prozent wussten, dass salz- oder säurehaltige Lebensmittel nicht in Aluminiumfolie aufbewahrt werden sollten. 48 Prozent haben auch davon gehört, dass die Verwendung von Grillschalen aus anderen Materialien, wie Edelstahl, empfohlen wird. Weniger bekannt ist, dass man Speisen, die in Aluminiumfolie oder -schalen gegrillt werden, erst danach salzen und würzen sollte (36 Prozent).  

Knapp die Hälfte der Befragten meidet bereits Produkte mit Aluminium, insbesondere wenn es eine passende Alternative gibt. Vor allem verwenden sie mehr aluminiumfreien Deodorants und weniger Aluminiumfolie.

Empfundenes versus tatsächliches Risiko

Der aktuelle Verbrauchermonitor zeigt auch: Es gibt Unterschiede zwischen dem, was ein Teil der Bevölkerung als Gesundheitsrisiko wahrnimmt und dem wissenschaftlich erwiesenen Risiko. Die Folge: manchmal unnötige Vorsicht.  

Daher fragte das BfR, inwieweit den Befragten Hinweise vertraut sind, die über die offiziellen Verhaltensempfehlungen hinausgehen. Um eine Vorstellung über die „Trennschärfe“ der bisherigen Risikokommunikation zur Thematik Aluminium zu bekommen, wurde gefragt, ob Verbraucherinnen und Verbraucher davon gehört haben, dass Kleinkinder nicht mit Aluminium in Kontakt kommen sollten. Dies bejahten über 40 Prozent, obwohl es aus wissenschaftlicher Sicht keinen Anlass für diese Vorsichtsmaßnahme gibt. Ebenso wenig muss man sich nach dem Anfassen von Aluminiumdosen die Hände zu waschen. Trotzdem meint ein Fünftel der Befragten, schon davon gehört zu haben.

Verbraucher über gesundheitliche Risiken

An erster Stelle nannten die Befragten das Krebsrisiko. Der Zusammenhang zwischen der Anwendung von aluminiumhaltigen Antitranspirantien und Brustkrebs ist allerdings wissenschaftlich nicht belegt. Außerdem empfindet die Mehrheit Sicherheitsbestimmungen für Aluminium in Lebensmittelverpackungsmaterialien und im Geschirr als nicht ausreichend.

Aluminium in Lebensmitteln

Aluminium und seine Verbindungen sind in vielen Lebensmitteln und verbrauchernahen Produkten enthalten. Um den Übergang von Aluminium zu verhindern, sind Verpackungen und Behältnisse für Lebensmittel wie Getränkedosen, Joghurtbecherdeckel oder Tanks für Fruchtsäfte auf der Innenseite beschichtet. Bei der Aufnahme über die Nahrung ist die akute Toxizität – das heißt eine schädigende Wirkung tritt innerhalb von etwa zwei Wochen ein – von Aluminium gering. Jedoch sind die gesundheitlichen Risiken bei der chronischen Aufnahme derzeit nicht hinreichend erforscht. Daher empfiehlt das BfR, jede zusätzliche Aufnahme zu vermeiden. Aus Sicht der Risikobewertung stellen Antitranspirantien, deren schweißhemmende Wirkung auf Aluminiumsalzen beruht, eine mögliche Aufnahmequelle von Aluminium im Kosmetikbereich dar.

Grenzwerte und Toxizität

Über Lebensmittel nehmen Verbraucherinnen und Verbraucher hohe Mengen Aluminium auf – manchmal zu viel. Zu viel bedeutet mehr als ein Milligramm Aluminium je Kilogramm Körpergewicht pro Woche, sagt die europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA). Die Abschätzung geht auf Auswirkungen auf das Nervensystem, die Fruchtbarkeit, Wirkung auf ungeborenes Leben und die Knochenentwicklung zurück.

Drei Tipps, wie Sie weniger Aluminium aufnehmen

Tipp 1: Nutzen Sie alternative Behältnisse, beispielsweise einen Einmalgrill aus Edelstahl. 

Tipp 2: Saure und salzige Lebensmittel nicht mit Alufolie umwickeln, sie lösen Aluminium. 

Tipp 3: Kaufen Sie Deodorants ohne Aluminium – nach der Rasur nimmt die Haut das Metall besonders stark auf.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.04.2018
  • Autor/in: Kristina Wagenlehner
  • Quellen: Pressemitteilung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR): Aluminium und Lebensmittel.
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