Obst und Gemüse: auch Reste verwerten

Jetzt ist Erntezeit für viele heimische Obst- und Gemüsesorten. Wir verraten Ihnen, wie Sie möglichst viel davon verwerten können.

Gemüsekorb © iStock
(Bonn – 02.10.2017) Gerade Obst und Gemüse landen oft in der Tonne: Sie machen mit 44 Prozent den größten Teil unserer Lebensmittabfälle aus. Wir haben Tipps für Sie, wie Sie Obst und Gemüse möglichst restlos verwerten können.

Tipp 1: Grünzeug mitverarbeiten

Ob Radieschen, Kohlrabi oder Rote Bete: Das Grün an Wurzel- und Knollengemüse lässt sich oft sehr gut verwenden. Radieschenblätter können Sie zum Beispiel zu einer leckeren Suppe oder einem Pesto verarbeiten. Auch im Salat bringen sie das gewisse Etwas an Würze. Am besten nutzen Sie das Grün sofort, denn es entzieht den Knollen Wasser und lässt sie schneller schrumpeln. Gleiches gilt für Kohlrabiblätter. Sie enthalten sogar mehr Vitamine und Mineralstoffe als die Knolle selbst. Auch bei Roter Bete kann die ganze Pflanze verwendet werden – die Stängel zum Beispiel klein geschnitten und gegart als Gemüse, junge Blätter wie Spinat roh oder als Blattgemüse.

Tipp 2: Püree aus dem Strunk

Brokkoli- oder Blumenkohlstrünke sind genauso essbar wie die feinen Röschen. Sie können klein geschnitten als Gemüse zubereitet oder nach dem Kochen zu Püree verarbeitet werden. Da ein Strunk meist keine komplette Beilage ergibt, kombinieren Sie ihn einfach mit Kartoffeln.

Tipp 3: Viele Schalen sind essbar

Viele Obst- und Gemüsesorten müssen nicht geschält, sondern vor dem Essen lediglich gründlich gewaschen werden. Dazu gehören zum Beispiel Äpfel, Gurken und Karotten – bei ihnen ist die Schale sogar besonders gesund. Auch die dünne Schale des Hokkaidokürbisses können Sie mitessen. Bei Roter Bete spricht ebenfalls nichts dagegen, die Schale mitzuessen – sie schmeckt allerdings deutlich kräftiger als die Knolle.

Bei Kartoffeln hingegen ist es empfehlenswert, die Schale zu entfernen. Besonders in den Keimstellen – den sogenannten Augen – und in grünen Stellen stecken Gifte wie Solanin. Allerdings muss ein 60-Kilogramm schwerer Mensch 600 bis 900 Gramm ungeschälte Kartoffeln essen, damit sich erste Symptome wie Erbrechen zeigen. Schwangeren wird jedoch grundsätzlich vom Verzehr abgeraten. Unnötigen Abfall und Arbeit können Sie vermeiden, wenn sie die Kartoffeln erst nach dem Kochen schälen. Dann löst sich die dünne Haut ganz leicht. Wer die Schale mitessen möchte, sollte unbehandelte Kartoffeln kaufen. Tragen sie den Hinweis „nach der Ernte behandelt“, wurden sie meist mit giftigen Anti-Pilz- oder Anti-Keim-Chemikalien behandelt.

Tipp 4: Aus dem Abfall eine Brühe machen

Es hat sich „Abfall“ aus Möhrenabschnitten, Zwiebelschalen, Pilzstielen, Lauchresten oder anderen Gemüseresten angesammelt? Perfekt für eine leckere, gesunde Gemüsebrühe. Hierfür eignen sich eigentlich alle Gemüsereste – nur Kartoffelschalen sollten Sie wegen des Solanins nicht verwenden. Für eine Brühe kochen Sie alle Gemüsereste etwa eine halbe Stunde lang zusammen und gießen sie dann durch ein Mulltuch. In kleinen Portionen eingefroren, haben Sie immer die richtige Menge Brühe zur Hand.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.10.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Initiative „Zu gut für die Tonne!“: Abfall? Von wegen!
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