Mittelmeerküche bei Nierenerkrankung

Mittelmeerküche ist gesund – auch Menschen mit Nierenerkrankung profitieren davon. Aber eine Sache sollten sie bei mediterraner Kost beachten.

Tomate mit Mozzarella © iStock
(Weimar – 10.08.2017) Die mediterrane Kost gilt allgemein als sehr gesund. Doch ist sie auch für Menschen mit Nierenerkrankungen geeignet? Damit hat sich die Arbeitsgruppe „European Renal Nutrition“ der „European Renal Association–European Dialysis Transplant Association“ (ERA-EDTA) beschäftigt. Grundsätzlich empfiehlt sie diese Diät, sie habe zahlreiche positive Effekte. Allerdings sollten bei nierenkranken Patienten, die sich mediterran ernähren, regelmäßig die Laborparameter überprüft werden – und zwar insbesondere die Serumkaliumwerte. Denn mit einer mediterranen Kost wird vermehrt Kalium zugeführt.

Vorteile einer mediterranen Diät für Nierenpatienten

Mediterrane Kost ist fleischarm und basiert auf vielen Früchten, Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch, Nüssen und hochwertigen Ölen wie kaltgepresstem Olivenöl. Einer großen Studie zufolge, kann sie das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen von kardiovaskulären Risikopatienten um 30 Prozent senken. Auch nierenkranken Patienten bringt sie Vorteile: 
  • Die durchschnittliche Eiweißzufuhr entspricht bei mediterraner Kost in etwa der für nierenkranke Patienten empfohlenen Menge (rund 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht und Tag), wobei das Eiweiß hauptsächlich aus Gemüse, Fisch und weißem Fleisch stammt.
  • Unter der Diät ist der glykämische Index niedrig.
  • Mediterrane Kost reduziert oxidativen Stress und Entzündungen.
  • Durch die frischen Zutaten und die frische Zubereitung der Speisen ist die Salz- und Phosphataufnahme geringer als bei vielen anderen Ernährungsweisen.

Regelmäßig Kaliumwerte kontrollieren lassen

Die europäische Arbeitsgruppe geht davon aus, dass sich diese Vorteile gerade auch bei nierenkranken Patienten günstig auswirken. Sie gibt allerdings zu bedenken, dass diese Art der Ernährung zu höheren Kaliumwerten führen kann, da Früchte und Gemüse viel Kalium enthalten. Inwieweit das schädlich oder gar gefährlich ist, könne noch nicht abschließend eingeschätzt werden. Die Arbeitsgruppe empfiehlt daher Patienten, die sich mediterran ernähren, regelmäßig zur Laborwertkontrolle zu gehen. Ideal wäre eine Betreuung durch einen Ernährungsberater.

Nierenpatienten profitieren von mediterraner Diät

„Grundsätzlich schließt sich die deutsche Nephrologie dieser Empfehlung an“, erklärt Prof. Dr. Jan C. Galle von der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie. „Solange die Kaliumwerte im Normalbereich liegen, spricht vieles dafür, dass Nierenpatienten im Hinblick auf ihr kardiovaskuläres Risiko und auch im Hinblick auf nierenspezifische Problematiken von der mediterranen Diät profitieren. Sie ist phosphatarm – und wir wissen, dass ein hohes Phosphat zu einer höheren Sterblichkeit bei unseren Patienten führt. Sie ist salzarm und kann daher den Blutdruck senken, was für Nierenpatienten bedeutsam ist, um die verbliebe Nierenfunktion noch möglichst lange zu erhalten. Sie ist arm an gesättigten, aber reich an ungesättigten Fettsäuren, die in Fisch oder hochwertigen Ölen enthalten ist. Das führt zu einem guten Lipidspiegel und wirkt sich positiv auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit aus“, so der Experte.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.08.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie: Mediterrane Küche empfiehlt sich auch für nierenkranke Menschen
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