Vitaminpille statt Obst?

Nahrungsergänzungsmittel versprechen viel, was Konsumenten oft die Gesundheitsrisiken vergessen lässt. Was bei der Einnahme zu beachten ist.

Nahrungsergänzungsmittel © iStock
(Düsseldorf – 17.07.2017) Sonnenvitamine, Super-Nährstoffe für Haut und Haare oder Extra-Nahrung für starke Knochen und Zähne: Pflanzenextrakte, Vitamin- oder Mineralstoffprodukte sollen Krankheiten oder vorzeitigem Altern vorbeugen, die geistige und körperliche Fitness steigern, das Immunsystem stärken oder ungesunde Essgewohnheiten ausgleichen.  

Kunden können den riesigen Markt für Nahrungsergänzungsprodukte, die etwa als Kapseln, Tabletten oder Pulver erhältlich sind, kaum durchschauen – sind jedoch anfällig für diese Produkte. „Die Werbung suggeriert nicht nur, dass Nahrungsergänzungsmittel nötig sind, weil die übliche Ernährung nicht ausreicht. Darüber hinaus versprechen zahlreiche Produkte auch noch einen gesundheitlichen Zusatznutzen. Viele Konsumenten unterschätzen jedoch die Gesundheitsrisiken“, warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen vor der unüberlegten Einnahme von vermeintlich gesunder Extra-Kost. „Wenn Nahrungsergänzungsmittel nicht den gewünschten Zweck erzielen, belasten sie nur den eigenen Geldbeutel. Sie können aber auch der eigenen Gesundheit schaden.“  

Die Verbraucherzentrale NRW rät beim Griff zu Nahrungsergänzungsmitteln folgende Hinweise zu beachten:

Nahrungsergänzungsmittel durchlaufen keine Sicherheitsprüfung

In den Regalen von Drogerien und Discountern ist das Angebot an Nahrungsergänzungsmitteln, Medizinprodukten und frei verkäuflichen Medikamenten bunt gemischt. Kunden fällt es schwer, die verschiedenen Produktgruppen in ihrem Nutzen voneinander zu unterscheiden. Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, die lediglich helfen sollen, mögliche Defizite bei der täglichen Ernährung von gesunden Menschen zu ergänzen. Es sind keine Arzneimittel, die Erkrankungen lindern, heilen oder verhüten können. Als Lebensmittel müssen Nahrungsergänzungsmittel im Gegensatz zu Medikamenten auch kein Zulassungsverfahren durchlaufen. Das heißt, sie gelangen ohne behördliche Sicherheits- und Wirksamkeitsprüfung auf den Markt.

Normale Ernährung reicht meistens aus

Der Bedarf an Vitaminen und Mineralstoffen kann durch die tägliche Ernährung gedeckt werden. Eine Extraportion an bestimmten zusätzlichen Nährstoffen benötigen nur wenige Risikogruppen – etwa Schwangere, Veganer, Senioren und Menschen mit bestimmten Krankheiten. Was tatsächlich sinnvoll ist, sollte aber vorher mit dem Arzt besprochen werden.

Angegebene Dosis nicht überschreiten

Wer Nahrungsergänzungsmittel einnimmt, sollte sich unbedingt an die Verzehrempfehlung auf der Packung halten – denn nur bis zu dieser Menge garantieren Hersteller die Sicherheit. Eine zu hohe Dosierung einzelner Substanzen kann andere Nährstoffe in ihrer Aufnahme behindern und dadurch erst recht einen Mangel auslösen.

Mögliche Wechselwirkungen

Auch die Kombination von Nahrungsergänzungsmitteln mit Medikamenten löst unter Umständen schädliche Wechselwirkungen aus. Die Wirkung von Arzneimitteln kann unkontrollierbar gehemmt oder auch verstärkt werden. Der Genuss von Nahrungsergänzungsmitteln kann auch die Laborwerte bei Blutuntersuchungen verändern. So kann die Blutgerinnung herabgesetzt werden, was etwa schon bei kleineren Zahnoperationen zum Problem werden kann. Wer Medikamente nimmt oder chronisch krank ist, sollte seinen Arzt unbedingt über die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln informieren.

Nahrungsergänzungsmittel sind keine Allheilmittel

Ungesunder Lebensstil und mangelnde Bewegung lassen sich nicht mit Tabletten ausgleichen. Stressabbau, Entspannung und genügend Schlaf fördern Gesundheit und Wohlbefinden oft mehr. Wenn Nahrungsergänzungsmittel, dann zielgerichtet – und prüfen Sie vorher, ob der Genuss herkömmlicher Lebensmittel nicht ausreicht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.07.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen: Pille statt Paprika? – Nahrungsergänzungsmittel richtig verwenden
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