Milch nicht sofort entsorgen

Bei vielen landen Milchprodukte nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum gleich im Müll. Dabei sind die Produkte meist noch deutlich länger genießbar.

Milchprodukte wie Milch, Käse, Butter und Quark © iStock
(Bonn – 10.07.2017) Milch ist beliebt: 52 Liter Milch und 17 Kilogramm Joghurt verbrauchte jeder Deutsche im Jahr 2015. Allerdings werden nicht alle gekauften Milchprodukte verzehrt – oft landen sie unnötig im Abfall, da das Mindesthaltbarkeitsdatum falsch interpretiert wird. Dabei sind selbst empfindliche Produkte wie Milch, Sahne oder Joghurt oft auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch gesund und lecker.

Kühlkette nicht zu lange unterbrechen

Besonders im Sommer sollte beim Kauf von Milchprodukten darauf geachtet werden, dass die Kühlkette nicht lange unterbrochen ist. Neben Licht gefährdet Wärme Milch und Milchprodukte besonders. Wer lange Wege hat, nutzt für den Transport am besten eine Kühltasche.

Im Kühlschrank bleiben die Milchprodukte gut verschlossen – am besten originalverpackt – im mittleren Bereich bei sechs Grad Celsius frisch. Milch, die offen steht, verdirbt nicht nur leichter, sie nimmt auch schnell Fremdgerüche an. Deshalb sollten Sie sie insbesondere neben geruchsintensiven Speisen gut verschließen. Trinken Sie Milch nicht direkt aus der Packung, denn dadurch können Keime hineingelangen, die die Milch schneller verderben lassen.

Den Sinnestest machen

Milch oder Joghurt über dem Mindesthaltbarkeitsdatum werden oft vorschnell weggeworfen. Dabei ist das Mindesthaltbarkeitsdatum kein Wegwerfdatum. Es gibt lediglich an, bis zu welchem Termin der Hersteller bei ungeöffneter Packung und richtiger Aufbewahrung die spezifischen Eigenschaften des Produktes garantiert – beispielsweise Farbe, Geschmack und Aussehen. Auch nach Ablauf dieses Datums sind Milchprodukte meist noch gesund und lecker. Um herauszufinden, ob der Joghurt oder die Milch noch genießbar ist, hilft der Sinnestest: Was noch gut aussieht, gut schmeckt und gut riecht, ist in der Regel auch noch gut. 

Eine Ausnahme gibt es jedoch: Unbehandelte rohe Milch – sogenannte Vorzugsmilch – trägt kein Mindesthaltbarkeitsdatum, sondern ein Verbrauchsdatum. Nach diesem sollte man sie tatsächlich nicht mehr verzehren.

Grundregeln zur Orientierung

Generell gilt: Milch und Milchprodukte sollten im Kühlschrank gelagert und so bald wie möglich verbraucht werden. Doch nichts muss vorschnell im Müll landen. Diese Grundregeln helfen bei der Orientierung:
  • Frischmilch und ESL-Milch (extended shelf life = längere Haltbarkeit im Regal) sind nach dem Öffnen etwa fünf Tage haltbar. Verderben sie, riechen sie deutlich säuerlich. 
  • H-Milch ist nach dem Öffnen in der Regel sieben Tage lang trinkbar.  Aber Achtung: H-Milch riecht nicht säuerlich, wenn sie verdirbt und flockt auch nicht aus. Allerdings bekommt sie einen deutlich muffigen oder bitteren Geschmack.
  • Bei Sauermilchprodukten wie Joghurt oder Quark zeigt der ungeöffnete Deckel, ob das Produkt noch gut ist: Wölbt sich der Deckel nach oben, ist es verdorben. Eine Ausnahme ist Kefir: Er enthält Kohlensäure, die den Deckel auch beim genießbaren Produkt wölbt.

Fettreiche Milchprodukte dürfen in die Tiefkühltruhe

Im Gefrierschrank bleibt vieles länger frisch. Auch fettreiche Milchprodukte wie Butter, Sahne oder Frischkäse lassen sich einfrieren. Bevor sie verwendet werden, sollten sie einen Tag im Kühlschrank auftauen. Auch H-Milch-Reste lassen sich einfrieren, sie schmecken anschließend zwar nicht mehr ganz so gut, zum Kochen und Backen kann man sie aber noch gut verwenden.

Sauermilchprodukte wie Joghurt, Quark, Dickmilch oder Kefir werden beim Einfrieren körnig und gerinnen – sie gehören daher nicht in den Tiefkühler. Reste sollten Sie am besten gleich aufbrauchen.

Milchreste können Gerichte retten

Ein Schuss Milch, Sahne oder Joghurt hilft, wenn ein Gericht zu scharf, zu salzig oder zu sauer geraten ist.Ansonsten passen kleine Reste Joghurt, Sahne oder Quark gut zu frischen Früchten – als Topping für den Obstsalat oder als kleines Extra im Smoothie.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 10.07.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Initiative „Zu gut für die Tonne“: Milch – hält länger als man denkt
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