Fettleber durch falsches Essen

Wer sich falsch ernährt, riskiert eine Fettleber. Was Sie tun können, damit sich diese Lebererkrankung wieder zurückbildet.

Frau überlegt, ob sie Apfel oder Donut essen soll © iStock
(Hannover – 07.03.2017) Beim Thema Essen muss es bei vielen schnell gehen: Fastfood an jeder Ecke, der Cappuccino „to go“ ist Standard, der Automat wirft den Schokoriegel aus und der Pizza-Bringdienst liefert in kürzester Zeit. Zudem kennzeichnen mangelnde Bewegung und Übergewicht das Leben vieler. Diese Kombination aus ungesundem Essverhalten und Bewegungsmangel ist verantwortlich für die häufigste Lebererkrankung in Deutschland: die Fettleber. Die Deutsche Leberstiftung nimmt den heutigen Tag der gesunden Ernährung zum Anlass, auf den alarmierenden Anstieg und das hohe Gefahrenpotenzial dieser Erkrankung hinzuweisen.

Fettleber ist in Deutschland die häufigste Lebererkrankung

Die Fettleber ist die häufigste Lebererkrankung in Deutschland. Zu den Ursachen zählen – neben falscher Ernährung, Bewegungsmangel und Übergewicht – starker Alkoholkonsum oder auch ein bestehender Diabetes mellitus. Rund ein Drittel der Erwachsenen hat eine durch Fetteinlagerung vergrößerte Leber – und die Zahl nimmt stetig zu. Auch jedes dritte übergewichtige Kind leidet bereits an dieser Krankheit, die in drei Stufen verläuft.

Die drei Stufen der Fettleber

Im ersten Stadium handelt es sich um eine reine Fettleber, die keine entzündlichen Reaktionen aufweist. In der zweiten Phase, die jeder zweite Betroffene entwickelt, zeigt die Leber bereits entzündliche Reaktionen – man spricht dann von einer „Steatohepatitis“. Bei dieser sogenannten Fettleberhepatitis wird unterschieden zwischen einer „nicht-alkoholischen Fettleberentzündung“ und einer durch Alkoholkonsum verursachten „alkoholischen Fettleberentzündung“. In der dritten Stufe, die etwa zehn Prozent der Fälle ausmacht, entwickelt sich aus beiden Fettleberhepatitis-Varianten über eine Leberfibrose (Bindegewebsvermehrung) eine Leberzirrhose, also eine Vernarbung der Leber.

Fettleberhepatitis steigert das Risiko für Leberzellkrebs

Jede Fettleberhepatitis beinhaltet ein erhöhtes Risiko, einen Leberzellkrebs zu entwickeln. Bei einer Fettleberhepatitis, die bereits zu einer Fibrose geführt hat, liegt das Risiko bei zwei bis drei Prozent pro Jahr. Ein Leberzellkrebs aufgrund einer Fettleberhepatitis kann sich aber auch ohne eine Zirrhose entwickeln. Und häufig verlaufen die krankhaften Veränderungen des lebenswichtigen Stoffwechselorgans Leber ohne Symptome: „Nur einige der Patienten mit einer Lebererkrankung leiden unter unspezifischen Symptomen. Druck im Oberbauch, Appetitlosigkeit und Abgeschlagenheit sind einige mögliche Anzeichen. Bei den meisten Betroffenen ist die Lebererkrankung nicht spürbar“, erklärt Prof. Dr. Michael P. Manns von der Deutschen Leberstiftung. „Lässt man seine Leberwerte testen, ist häufig eine rechtzeitige Diagnose und Behandlung von Lebererkrankungen möglich. Oftmals kann schon eine Umstellung der Ernährungsgewohnheiten viel bewirken.“

So wird die Diagnose Fettleber gestellt

Zur Bestätigung der Diagnose Fettleber gibt es mehrere Möglichkeiten: Neben der Ultraschalluntersuchung des Oberbauchs sollten die Leberblutwerte wie GPT, GOT und GGT ermittelt werden. Aus den Werten für GGT und Triglyceride kann der Arzt unter Berücksichtigung von Body-Mass-Index (BMI) und Taillenumfang den sogenannten Fettleber-Index (FLI) bestimmen. Ist dieser Wert größer als 60 und zeigt die Ultraschalluntersuchung eine vergrößerte Leber, kann das ein Hinweis auf eine Fettleber sein. Die Diagnose einer Fettleberhepatitis kann allerdings nur durch eine Gewebeprobe (Biopsie) gesichert erfolgen.

Gesunde Ernährung und Bewegung als Therapie bei Fettleber

„Durch Veränderungen der Essgewohnheiten und des Lebensstils kann sich eine Fettleber auch wieder zurückbilden. Einer Entzündung der Leber wird vorgebeugt und in der Folge ein Leberzellkrebs vermieden“, sagt Manns. In vielen Fällen können die Fetteinlagerungen in der Leberzelle zurückgebildet werden. Gesunde Ernährung und Alkoholverzicht können die krankhaften Leberveränderungen rückgängig machen. Besonders bewährt hat sich eine kohlehydratarme Ernährung – auch Low Carb genannt. Hat der Patient sehr hohes Übergewicht, ist eine kalorienreduzierte Ernährung hilfreich. Bei jeder Form einer Lebererkrankung ist es wichtig, viel Bewegung in den Alltag zu integrieren. Experten empfehlen, pro Tag 10.000 Schritte zu gehen, um die Gesundheit zu erhalten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.03.2017
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Deutschen Leberstiftung: Falsches Essverhalten kann Fettleber verursachen
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