Was Käufer beeinflusst

Eine Studie zeigt: Werden bei Nährwertangaben auf Produkten kleinere Portionen angegeben, werden diese verstärkt gekauft.

Paar kauft im Supermarkt ein © Thinkstock
(Göttingen – 16.02.2016) Käufer achten bei der Wahl von Lebensmitteln zunehmend auf Nährwerte wie Kalorien, Zucker oder Fett. Im Gegensatz zur vorgeschriebenen Nährwerttabelle auf der Rückseite der Packung kann der Hersteller bei den freiwilligen Angaben auf der Vorderseite des Produkts die Portionsgröße als Basis für Nährwertangaben variieren – je kleiner die Portion, umso geringer beispielsweise die dort angegebene Kalorienzahl. Wissenschaftler der Universität Göttingen haben nun herausgefunden, dass Produkte, bei denen an dieser Stelle kleinere Portionsgrößen angegeben sind, verstärkt gekauft werden.

Je kleiner die Portionsgröße, desto größer der Absatz

Die Wissenschaftler werteten die Daten von mehr als 1.500 Supermärkten in Großbritannien über einen Zeitraum von zwei Jahren aus. Während dieser Zeit führte der Händler eine freiwillige Nährwertangabe auf der Vorderseite der Produkte ein. Aus der Analyse der Konsumentenforscher geht hervor: Je niedriger die Angabe der Portionsgröße als Basis für Nährwertangaben, desto mehr stieg das Absatzvolumen nach der Einführung der Kennzeichnung an. „Viele Konsumenten bewerten ein Produkt offenbar ausschließlich nach der angegebenen Kalorienzahl oder anderen Nährwerten und ignorieren dabei die Vergleichsbasis pro Portion“, erklärt der Leiter der Studie, Dr. Ossama Elshiewy. Nach Ansicht der Wissenschaftler dienen diese Angaben weniger der Aufklärung, sondern vielmehr der Vermarktung der Produkte.

Freiwillige Nährwertangaben als Marketinginstrument

„Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass kleinere Portionsangaben die Verbraucher, die Nährwertinformationen als Richtlinie nutzen, in die Irre führen können und somit für diese Gruppe eine Gefahr in Bezug auf ihre Ernährungsgewohnheiten darstellen“, so der Experte. Die Wissenschaftler fanden zudem heraus, dass die kleineren Portionsangaben tendenziell eher bei ungesünderen Produkten auftreten. Sie fordern deshalb eine Standardisierung bei der Angabe dieser Portionsgrößen.  

Darüber hinaus soll die Forschung den Unterschied zwischen gesetzlich vorgeschriebenen Nährwertangaben und Nährwertangaben als Instrument des Lebensmittelmarketings künftig stärker berücksichtigen. „Insbesondere Kennzeichen auf freiwilliger Basis können zur bewussten Manipulation der wahrgenommenen Kalorienmenge eingesetzt werden und sollten daher nicht mit verpflichtenden Nährwertangaben verwechselt werden“, sagt Dr. Elshiewy.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 16.02.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Georg-August-Universität Göttingen: Nährwertangaben beeinflussen Kaufverhalten
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