Kleine Nährstoffbomben

Bei den meisten Deutschen stehen sie kaum auf dem Speiseplan: Hülsenfrüchte. Dabei haben sie es in sich. Was diese Lebensmittel alles zu bieten haben.

Hülsenfrüchte © Thinkstock
(Münster – 05.02.2016) Hülsenfrüchte sind in Deutschland etwas ins Hintertreffen geraten. Pro Kopf verzehren die Deutschen gerade einmal etwa 600 Gramm im Jahr. Im Vergleich dazu isst jeder durchschnittlich 59 Kilogramm Kartoffeln jährlich. Das Image als altbackenes und unbekömmliches Lebensmittel sieht Prof. Dr. Anja Markant von der FH Münster als eine Erklärung für ihr Schattendasein: „Man verbindet mit ihnen immer noch die Linsensuppe und den Bohneneintopf aus Omas Zeiten.“ Aber für Hülsenfrüchte spricht eindeutig ihre Nährstoffbilanz. „Sie bestehen zu 20 bis 40 Prozent aus Eiweiß und sind damit ähnlich proteinreich wie Fleisch“, erklärt Markant. „Besonders für Vegetarier können sie zu einer wichtigen pflanzlichen Proteinquelle werden“, so die Expertin für Ernährungsphysiologie vom Fachbereich Oecotrophologie – Facility Management.

Hülsenfrüchte mit Kartoffeln oder Getreide kombinieren

Allerdings enthalten die reifen, getrockneten Samen der einzelnen Pflanzen nicht allein alle lebensnotwendigen Eiweißbausteine. Markant empfiehlt, Hülsenfrüchte untereinander oder beispielsweise mit Kartoffeln oder Getreide zu kombinieren. „Durch die Kombination erhöht sich die für den Körper nutzbare Menge an lebensnotwendigen Eiweißbausteinen“, sagt die Expertin.

Gesundheitsfördernde Wirkungen

Neben dem hohen Gehalt an Eiweiß sind sie reich an den Vitaminen C, B1, B6 und Folsäure. Hülsenfrüchte sind – mit Ausnahme von Sojabohnen und Erdnüssen – fettarm und haben eine niedrige Energiedichte. Ihnen werden auch gesundheitsfördernde Wirkungen zugeschrieben. „Sie sind reich an Ballaststoffen. Durch ihr Quellvermögen im Magen führen sie zu einem schnelleren Sättigungsgefühl und damit auch zu einer verringerten Nahrungsaufnahme“, erklärt die Oecotrophologin. Auch auf Diabetes mellitus Typ 2 und Herzerkrankungen haben sie einen positiven Einfluss. Darüber hinaus sind Hülsenfrüchte reich an sekundären Pflanzenstoffen wie Isoflavonen. Ihnen wird zugeschrieben, gegen die Entstehung von Krebs zu wirken.

Bei Menschen, die nicht an diese Ernährungsweise gewöhnt sind, führt die Ballaststoffdichte allerdings zu Verdauungsproblemen. Wenn man den Körper jedoch langsam an höhere Ballaststoffmengen gewöhnt, verschwinden diese Probleme mit der Zeit.

Hülsenfrüchte nicht roh essen

Die möglichen schädlichen Inhaltsstoffe der Hülsenfrüchte – zum Beispiel Proteinase-Inhibitoren oder Lektine – werden bei der Zubereitung zerstört. „Nicht verarbeitete, getrocknete Hülsenfrüchte sollten deshalb nie roh gegessen werden“, so Markant. Anders verhält es sich mit Dosenware – Kidneybohnen aus der Dose könne man ohne weitere Verarbeitung essen.

Insgesamt sieht Markant Hülsenfrüchte als Bereicherung für den Speiseplan. Sie seien ein wertvoller Bestandteil einer vollwertigen und nachhaltigen Ernährung.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 05.02.2016
  • Autor/in: vitanet.de-np
  • Quellen: Pressemitteilung der Fachhochschule Münster: Klein, aber oho
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